Rosalila PantherInnen feiern 20. Geburtstag

Ein erfreuliches Jubiläum zelebrieren die Rosalila PantherInnen (RLP) dieser Tage: Sie feiern ihren zwanzigsten Geburtstag.

Während dieser Zeit hat sich die Lage für Lesben und Schwule in der Steiermark entscheidend verbessert: So wurde der §209 StGB aufgehoben, das Partnerschaftsgesetz wurde verabschiedet – doch trotzdem gibt es für die steirischen Aktivisten noch viel zu tun.

So haben die PantherInnen erst letzte Woche einen Etappensieg im Kampf um Gleichberechtigung errungen: Der Verfassungsgerichtshof hat ihrer Beschwerde recht gegeben und auch gleichgeschlechtlichen Paaren einen Doppelnamen mit Bindestrich zugestanden. Nun kämpfen die PantherInnen weiter, unter anderem für eine Eintragung gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften am Standesamt und dafür, dass aus den „Nachnamen“, die diese Paare bekommen, wieder „Familiennamen“ werden.

Doch nicht nur politisch engagieren sich die schwullesbischen Raubkatzen: So bieten sie für Schulen Workshops zum Thema Homosexualität an. Pro Jahr nehmen etwa zehn Schulen dieses Angebot in Anspruch – mit Erfolg: Martina Weixler, die diese Workshops seit fünf Jahren veranstaltet, hat bemerkt, dass sich Jugendliche heutzutage früher outen als in den 90ern. Zuletzt habe sich dabei eine 16-Jährige im Bundesschulzentrum Hartberg vor rund 200 Schülern und Lehrern als Transgender geoutet. Weiler wünschte sich von Lehrern, dass das Thema Homosexualität ähnlich wie Aids fix eingeplant werde.

Überhaupt sei das Thema Outing oft schon für 15-Jährige abgehakt, so RLP-Vorsitzender Kurt Zernig. Früher hätten sich die meisten Homosexuellen erst im Alter zwischen 20 bis 25 Jahren geoutet. „Vor 40 Jahren gab es für homosexuelles Verhalten noch den Kerker“, erinnert Zernig.

Nicht so rosig sieht es derzeit bei den Rosalila PantherInnen mit den Finanzen aus: Die Hälfte des Budgets von etwa 40.000 Euro sind Subventionen von Stadt Graz und Land Steiermark – und die öffentliche Hand ist derzeit besonders sparsam. Der Großteil der anderen Hälfte wird durch den Tuntenball gedeckt, den die PantherInnen jedes Jahr im Grazer Congress veranstalten. Allerdings: „Wir wollen das Geld vom Tuntenball eigentlich für Projekte verwenden und nicht um unsere Fixkosten zu decken“, so RLP-Präsident Kurt Zernig.

Heute lädt der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl, sonst der lesbischwulen Community eher abwartend eingestellt, anlässlich des 20. Geburtstages der PantherInnen zu einem Empfang ins Rathaus.

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