Paraden in Südosteuropa endeten friedlich

Keine Gewalt gegen Lesben und Schwule in Sofia und Bukarest

Regenbogenflagge
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Auch in Südosteuropa sind dieses Wochenende Lesben und Schwule für ihre Rechte auf die Straße gegangen: Bei den Paraden in der bulgarischen Hauptstadt Sofia und der rumänischen Hauptstadt Bukarest blieben wegen der massiven Polizeipräsenz die befürchteten gewaltsamen Auseinandersetzungen mit Rechtsradikalen aus. Beide Paraden wurden von den Botschaftern westlicher Staaten unterstützt.

Der Marsch in Sofia verlief friedlich

In Sofia demonstrierten bis zu 2.000 Teilnehmer bereits zum fünften Mal für gleiche Rechte. Der Umzug mit Musik und Regenbogenfahnen verlief diesmal friedlich. In den Vorjahren hatten Passanten immer wieder die Teilnehmer mit Steinen beworfen. Unterstützt wurde sie von US-Botschafter James Warlick, der aus an einem Konzert teilnahm, das nach dem Ende der Parade am Denkmal der Sowjetarmee stattfand.

Gegen den Umzug von Lesben und Schwulen demonstrierten etwa 300 Anhänger der klerikal-rechtsextremen „Ataka“-Partei und der nicht im Parlament vertretenen WMRO. Auch die bulgarisch-orthodoxe Kirche protestierte gegen die Veranstaltung, ein Priester rief sogar dazu auf, die Teilnehmer zu steinigen und ihre Unterstützer ins Meer zu werfen.

In Rumänien mussten Polizisten die Teilnehmer schützen

Brenzliger die Situation in Rumänien: In Bukarest schützten rund 200 Polizisten die etwa 150 Teilnehmer des „Marsches der Unterschiedlichkeit“.

Auf der Gegenseite veranstalteten etwa 100 Anhänger der klerikal-rechtsextremen Bewegung „Nova Dreapta“, auf Deutsch „Neue Rechte“, einen „Marsch für Normalität“. Sie demonstrierten gegen die Öffnung der Ehe für Lesben und Schwulen und gegen eine Adoptionsmöglichkeit für gleichgeschlechtliche Paare – obwohl beides in dem südosteuropäischen Land nicht zur Diskussion steht.