Dienstag, 28. Mai 2024
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Taxifahrer attackiert schwules Paar in Wien: Liberale Muslime sind bestürzt

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Die mutmaßliche Attacke eines mazedonischen Taxifahrers auf ein schwules Paar am letzten Wochenende in Wien sorgt auch innerhalb der muslimischen Gemeinschaft für Kritik. Für den Mann gilt die Unschuldsvermutung.

Muslimischer Taxifahrer will kein schwules Paar chauffieren

Wie GGG.at als erstes Medium berichtet hat, störte sich der 41-jährige Taxifahrer daran, dass sich die beiden Männer, 27 und 37 Jahre alt, im Taxi geküsst haben. Er sagte dem Paar, dass er ein dieses Verhalten auch aus Glaubensgründen in seinem Wagen nicht dulde. Die Betroffenen wollten daraufhin das Taxi verlassen und forderten den Lenker auf, sofort anzuhalten.

Das Paar wollte dem homophoben Taxifahrer den Fahrpreis nicht bezahlen, dieser rief daraufhin die Polizei. Fahrer und Gäste stritten weiter, plötzlich wurde der Taxifahrer handgreiflich und schlug dem 27-Jährigen mit der Faust ins Gesicht. Dabei wurde er leicht verletzt, der Taxilenker wurde wegen Körperverletzung angezeigt.

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Liberale Muslime distanzieren sich

Das Verhalten des 41-Jährigen sorgt nun auch innerhalb der islamischen Gemeinschaft für Kritik. Die „Initiative Liberaler Muslime Österreich“ (ILMÖ) hat die Berichte „mit Bestürzung“ gelesen: „Wir als ILMÖ verurteilen derartige Taten auf das Schärfste“, macht die Gruppe in einer Presseaussendung klar.

Derzeit gebe es in Europa „eine Phase rasant zunehmender Radikalisierung und einen großen Zulauf bei radikal-islamistischen Gruppen wie der Muslimbruderschaft, Salafisten, Milli Görüs, ATIB“, warnt die ILMÖ. Diese Entwicklung sei „nicht zuletzt das Resultat eines jahrzehntelangen Wegschauens politischer Verantwortungsträger in Europa“, sind die liberalen Muslime überzeugt.

Die Position der ILMÖ ist klar: „Jegliche radikal islamistische Unterdrückung und Diskriminierung wie zum Beispiel gegenüber Lesben und Schwulen muss von allen Demokraten und Demokratinnen bekämpft werden“, so ihr Präsident Amer Albayati.

Grüne begrüßen klare Worte

Eine klare Aussage, die auch von der Innenpolitik begrüßt wird: „Radikale, fundamentalistische Ansichten und Verhaltensweisen, egal aus welcher Religionsecke sie kommen, müssen entschieden zurückgewiesen werden. Denn sie stellen Menschen- und Frauenrechte in Frage und sind nicht vereinbar mit einem modernem Gesellschaftsbild“, macht Ewa Dziedzic, Bundesrätin der Grünen und Bundessprecherin der Grünen Andersrum klar.

„Die Häufigkeit von homo, trans- und frauenverachtenden Aussagen und Vorfällen ist ein guter Gradmesser, wo wir uns gesellschaftlich befinden. Der gesellschaftspolitische Backlash ist bereits salonfähig geworden. Gewalt gegen Frauen sowie Homo- und Transphobie hatte und hat keine Legitimation. Alle Menschen müssen sich im öffentlichen Raum zu jeder Uhrzeit sicher bewegen können, ohne Angst zu haben, von Gewalt betroffen zu sein“, fordert die LGBTI-Sprecherin der Grünen.