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Immer mehr US-Amerikaner haben homosexuelle Erfahrungen

Die Zahl hat sich in den letzten 25 Jahren verdoppelt - vor allem in konservativen Gegenden

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Immer mehr US-Amerikaner sind bereit, gleichgeschlechtliche Erfahrungen zu machen: Das geht aus einer Studie des „Archives of Sexual Behaviour“ hervor. Von 1990 bis 2014 hat sich demnach die Zahl der Menschen, die sexuelle Erfahrungen mit dem gleichen Geschlecht haben, verdoppelt.

Das Archiv hat Umfragedaten von mehr als 30.000 US-Amerikanern aus den Jahren 1973 bis 2014 ausgewertet. Diese haben Fragen über ihr sexuelles Verhalten und ihre Einstellung zu gleichgeschlechtlichen Erfahrungen beantwortet. Das Ergebnis: Hatten im Jahr 1990 noch 4,5 Prozent der Männer gleichgeschlechtlichen Sex, waren es 2014 bereits 8,2 Prozent.

Einen noch stärkeren Anstieg gab es bei Frauen: Hatten 1990 noch 3,1 Prozent der Befragten eine sexuelle Erfahrung mit dem gleichen Geschlecht, waren es 2014 bereits 8,7 Prozent. Die Zahl der Befragten, die Sex mit beiden Geschlechtern hatte, stieg von 3.1 Prozent im Jahr 1990 auf 7,7 Prozent im Jahr 2014.

Traditionelles Sexleben in konservativen Gegenden bricht weg

Die höchsten Anstiege an Menschen mit gleichgeschlechtlichen Erfahrungen gab es der Auswertung zufolge in konservativen Gegenden wie dem Mittelwesten und dem Süden der USA, während die Zahl in liberalen Gebieten wie den Küstengegenden relativ stabil blieb.

Für Studienautorin Jean Twenge hängt dieser Anstieg nicht damit zusammen, dass es mehr Lesben oder Schwule gibt – sondern damit, dass mehr Menschen Sex mit beiden Geschlechtern haben: „Was wir sehen ist diese Bewegung in Richtung größerer sexueller Freiheit“, erklärt sie gegenüber dem „Time“-Magazin.

Es gebe „mehr Freiheit für Menschen, das zu tun, was sie wollen, ohne den traditionellen, oft als altmodisch gesehenen sozialen Regeln zu folgen, nach denen erwartet wird, wann man Sex hat und mit wem“, erklärt Twenge weiter: Amerikaner würden „sich freier fühlen, sich sexuell auszudrücken in einer Art und Weise, die zu ihnen passt“.

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