Nigeria: 42 schwule Männer festgenommen

Polizei stürmte einschlägig bekanntes Hotel - den Männern drohen jahrelange Haftstrafen

Flagge von Nigeria
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In Nigeria sollen am Wochenende mehr als 40 Männer verhaftet worden sein, weil sie schwulen Sex hatten. Das berichtet das britische Portal „PinkNews“.

Die Polizei stürmte ein als Schwulentreff bekanntes Hotel

Demnach soll die Polizei am Samstag gegen 15.30 Uhr in dem Hotel in Weigh Bridge nahe der Hauptstadt Lagos eine Razzia in einem Hotel durchgeführt haben. Dabei wurden 42 Männer festgenommen, weil die „homosexuelle Handlungen“ ausführten, so lokale Medien in ihrer meist homophoben Berichterstattung.

Mittlerweile hat ein Polizeisprecher die Verhaftungen bestätigt: „Es stimmt. Ungefähr 42 mutmaßliche Homosexuelle wurden festgenommen und das Hotel geschlossen, während die Ermittlungen anhalten. Sie sind im Gewahrsam der Lagos State Task Force und werden bald vor Gericht angeklagt“, erklärt Presseoffizier Olarinde Famous-Cole.

Zeugen der Verhaftungen, die in der Gegend leben, haben Journalisten erzählt, das Hotel sei bekannt dafür gewesen „Homosexuelle zu beherbergen“.

Den Festgenommenen drohen in Nigeria bis zu 14 Jahre Haft, weil sie gleichgeschlechtlichen Sex hatten

Bei einem Schuldspruch drohen ihnen bis zu 14 Jahre Haft. Nigeria ist für seine homophobe Gesellschaft bekannt: So wurden die Gesetze, die gleichgeschlechtlichen Sex verbieten, im Jahr 2013 noch einmal verschärft – zusätzlich wurden auch gleichgeschlechtliche Eheschließungen mit Haft bedroht.

Auch Personen, die an jeder Art einer gleichgeschlechtlichen Hochzeit teilnehmen oder sie gutheißen, können in dem afrikanischen Land mit bis zu zehn Jahren Gefängnis bestraft werden. Damit soll die LGBT-Community gezielt geschwächt werden.

Immer wieder kommt es zu Massenfestnahmen von Lesben und Schwulen in Nigeria

Und diese Gesetze werden in Nigeria auch streng kontrolliert: Im April dieses Jahres nahm die Polizei 53 Personen fest, weil sie davon ausging, dass sie an einer gleichgeschlechtlichen Eheschließung teilgenommen hatten.

Bei der Bestrafung war der Staat dann allerdings nicht so effizient: 45 von ihnen erschienen schließlich nicht zur Verhandlung. Ihr Anwalt besteht darauf, dass sie keine schwule Eheschließung, sondern einen Geburtstag gefeiert hätten.