Orlando: Das „Pulse“ soll wieder auferstehen

Der Nachtclub in Orlando soll an einem neuen Ort wieder aufsperren - was aus dem alten Lokal wird, ist unklar

Archiv

Es war am 12. Juni 2016, als Omar Mateen im Schwulenclub Pulse in Orlando 49 Menschen umgebracht und 53 weitere verletzt hat, bevor er selbst von der Polizei erschossen wurde. Nie zuvor gab es einen größeren Anschlag auf die LGBT-Community. Aus dem Tatort wurde mittlerweile eine Gedenkstätte. Und auch der Geist des Pulse soll wiederauferstehen, hat Besitzerin Barbara Poma nun angekündigt.

Das gleiche Konzept an einem neuen Ort soll „neue Erinnerungen schaffen“

Wie sie dem US-amerikanischen Lokalsender WFTV sagte, soll das Pulse an einem neuen Ort wiedereröffnet werden. Der Name des Lokals und das Konzept – eine inklusive Bar, die vor allem beim Latino-Publikum beliebt ist – soll bewusst beibehalten werden. „Pulse wird wieder neu eröffnet, identischer Name, identisches Format. Dies soll zeigen, dass der Hass nicht gewinnt“, erklärt Poma.

Einen neuen Ort für das Lokal hat sie noch nicht gefunden. Orlando Torres, einer der Überlebenden des Massakers, findet die Idee aber gut: „Es ist wieder ein Anfang, um neue Erinnerungen zu schaffen. So wie wir auch im alten Pulse Erinnerungen geschaffen haben“, erklärt er.

Noch ist unklar, was mit dem Original-Pulse geschieht

Die Original-Location des Pulse ist mittlerweile eine Gedenkstätte: Dutzende Menschen haben dort Blumen, Bilder und andere persönliche Zeichen der Trauer niedergelegt. Die Stadt Orlando wollte daraus eine offizielle Gedenkstätte machen, doch im letzten Moment hatte Poma den Verkauf an die Stadt gestoppt.

„Ich habe mich entschieden, das Grundstück des Pulse nicht zu verkaufen. Das Pulse bedeutet meiner Familie und der Community so viel“, schrieb sie damals. „Ich fühle eine persönliche Verpflichtung, um sicherzustellen, dass beim Pulse ein permanenter Ort eingerichtet wird, so dass alle Generationen kommen und denen gedenken können, die am 12. Juni betroffen oder genommen wurden“

Morgen soll es erste öffentliche Diskussionen darüber geben, was mit dem Original-Pulse geschehen soll. Die Stiftung „onePulse“, die nach dem Anschlag gegründet wurde, hält ein öffentliches Meeting zu dem Thema ab und präsentiert auch eine Webseite, auf der Vorschläge deponieren können.