Shitstorm: Versandhaus bewirbt Gabalier-Trachten mit schwulem Paar

Doch den Fans des "Volks-Rock'n'Rollers" gefällt das nicht

Schwules Trachtenpaar
Otto Versand

Wer Lesben und Schwulen als Zielgruppe gewinnen will, kann ohne Fingerspitzengefühl gehörig ins Fettnäpfchen treten. Diese Erfahrung musste der deutsche Online-Versandhändler Otto machen. Er bewarb ausgerechnet seine Andreas-Gabalier-Trachtenkollektion mit einem schwulen Paar. Das gefiel weder Lesben und Schwulen noch Gabalier-Fans.

In der Vergangenheit hat sich Andreas Gabalier homophob geäußert – und seinen Fans hat es gefallen

Man habe es schwer, wenn man als „Manderl noch auf ein Weiberl steht“ und müsse „doch nicht jeden Tag schmusende Männlein in der Zeitung oder auf Plakaten drucken“ – mit solchen Aussagen positionierte sich „Volks-Rock’n’Roller“ Andreas Gabalier als Verteidiger des heterosexuellen Abendlandes. Seine Fans danken es ihm und stürmen in Massen in Polyester-Dirndln und Diskont-Lederhosen zu seinen Konzerten.

Was liegt also näher, als die Wertschöpfungskette mit einer eigenen Trachten-Kollektion noch weiter auszureizen? Gabalier fand hier im Otto-Versand einen passenden Partner, vor kurzem wurden die reschen Dirndln und knackigen Lederhosen der Öffentlichkeit präsentiert, die Fans reagierten begeistert und legten zum Verkaufsstart sogar den Server des Versandhändlers lahm

Mit seinem Bekenntnis für Diversität zieht Otto den Zorn der Trachtenfans auf sich

Doch diese Begeisterung wird nun getrübt. Denn auf Facebook bewirbt Otto seine Trachtenkollektion unter anderem mit einem Männerpaar in zünftiger Krachlederner. „Egal, auf wen du stehst“, lautet der Text zum Bild, danach der Hashtag „#trachtgehtimmer“. Ein löblicher Ansatz für mehr Diversität – doch diese Meinung teilen Gabalier-Fans aber nicht.

„Widerlich“, „abartig“ oder „unnatürlich“ – solche Meinungsäußerungen finden sich unter den mehr als 800 Kommentaren, zu Hauf – genauso wie kotzende Emojis. „Braucht Mann oder Frau so einen Anblick“, fragt sich eine Facebook-Userin, eine andere vermutet „bald Gay-Porno für Otto-Werbung“, ein User fordert sogar einen Otto-Boykott.

Otto redet sich den erzkonservativen Shitstorm schön, Gabalier schweigt

Der Otto-Versand versuchte, die wütenden Kommentare mit einer Stellungnahme zu beruhigen: „Wir möchten euch sagen, dass wir uns bewusst für dieses Bild entschieden haben, da es für uns wichtig ist, Werte wie Respekt und ein faires Miteinander zu vermitteln“, heißt es auf Facebook. Gegenüber Futurezone redet sich auch Geschäftsführer Harald Gutschi den homophoben Shitstorm schön. Die Reaktionen zeigten, dass „wir bei Otto Österreich genau richtig liegen, weil wir eben die Buntheit dieser Welt abbilden. Ich bleibe dabei: Trachten sind ein verbindendes Element“.

Kein Kommentar kommt hingegen von Andreas Gabalier. „Zum Foto beziehungsweise der Kampagne wird es kein Statement geben“, lässt sein Management verlauten.