Prominenter Spender der Demokraten wegen tödlicher Sexpraktiken verhaftet

Zwei Männer starben in den letzten Jahren in seinem Haus, ein Dritter konnte in letzter Minute gerettet werden

Ed Buck
Ed Buck/Facebook

Ed Buck, einer der prominentesten Parteispender der Demokraten, sitzt in Untersuchungshaft, nachdem bei ihm zu Hause bereits zum dritten Mal ein Mann nach einer Überdosis ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Die Behörden haben ihn Dienstagabend in seiner Wohnung in West Hollywood verhaftet.

Ed Buck soll letzte Woche einem 37-Jährigen Crystal Meth gespritzt haben – der Mann überlebte nur knapp

Die Staatsanwaltschaft beschuldigt Buck, einem 37-Jährigen am 11. September eine große Menge Crystal Meth gespritzt zu haben. Das Opfer überlebte die Drogen-Überdosis – im Gegensatz zu zwei anderen afroamerikanischen schwulen Männer, die in den letzten Jahren im Haus des Millionärs gefunden wurden.

So starb im Juli 2017 der 26-jährige Escort Gemmel Moore in Bucks Haus. Aufsehen erregten damals öffentlich gewordene Einträge aus seinem Tagebuch. „Ich weiß ehrlich nicht, was ich tun soll“, schrieb er im Dezember 2016: „Ich bin drogenabhängig, und das schlimmste daran ist, dass Ed Bick daran schuld ist.“

Vor zwei Jahren starb ein 26-Jähriger unter ähnlichen Umständen im Haus von Ed Buck

Buck habe Moore die erste Injektion mit Crystal Meth gegeben. Diese sei „sehr schmerzvoll“ gewesen, doch sie habe den jungen Schwarzen süchtig gemacht. Ein halbes Jahr später starb er in Bucks Haus.

Als die Tagebuch-Einträge öffentlich wurden, meldeten sich andere schwule Afroamerikaner und berichteten von ähnlichen Erlebnissen. Die Staatsanwälte verfolgten den Todesfall trotzdem nicht weiter – was nicht nur in der Community für Unruhe sorgte.

Auch ein ehemaliger Pornodarsteller starb an den Folgen der sexuellen Vorlieben des Parteispenders

Im Jänner 2019 wurde dann der ehemalige Pornodarsteller Timothy Dean tot in Ed Bucks Haus gefunden. Auch er starb an einer Überdosis. Für LGBT-Aktivisten in Los Angeles war schnell klar: Ed Buck war auch für diesen Tod pesönlich verantwortlich.

Und auch das Büro des Sheriffs gab zu, dass es bei den Todesfällen ein Muster gab: „Es ist verdächtig, dass das zwei Mal passiert ist, also werden wir eine gründliche Untersuchung eröffnen, um herauszufinden, ob es kriminelle Aktivitäten gibt“, erklärte Derrick Alfred vom Büro des Sheriffs von Los Angeles County den Medien. Doch aus Mangel an Beweisen landeten die Fälle nicht vor Gericht.

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Erst der dritte Fall eines schwulen Afroamerikaners, der in Ed Bucks Haus mit einer Überdosis gefunden wurde, gab den Behörden die Möglichkeit zu handeln. Der Mann überlebte, und dürfte den Beamten gesagt haben, dass ihm Ed Buck die Drogen gespritzt hatte.

Die Staatsanwaltschaft fordert eine Kaution von vier Millionen Dollar für Ed Buck

„Mit diesen neuen Beweisen habe ich angeordnet, die Untersuchungen gegen Ed Buck einzuleiten“, erklärte die zuständige Bezirksstaatsanwältin von Los Angeles County, Jackie Lacey, in einer Stellungnahme. Die Polizei nahm Ed Buck am Dienstagabend in seiner Wohnung fest. Ihm werden drei Verbrechen zur Last gelegt, unter anderem schwere Körperverletzung, die Verabreichung von Metamphetamin und der Betrieb eines Drogenhauses.

Die Staatsanwaltschaft fordert eine Kaution von vier Millionen Dollar. Ed Buck sei „ein gewalttätiger, gefährlicher Sexualstraftäter. Er hat es vor allem auf Männer abgesehen, die durch Sucht und Obdachlosigkeit verwundbar sind“. „In seinem Haus, aus einer Position der Stärke, manipuliert Buck seine Opfer, damit sie sich an seinem sexuellen Fetischen beteiligen“, so die Staatsanwaltschaft weiter.

Bei einer Verurteilung drohen ihm fast sechs Jahre Haft in einem Bundesgefängnis

„Diese Fetische beinhalten die Bereitstellung und persönliche Verabreichung von gefährlich hoher Dosen von Beruhigungsmitteln an seine Opfer… Unbeeindruckt von den sinnlosen Toden von Moore und Dean hat der Angeklagte letzte Woche fast ein drittes Opfer getötet.“

Ihm droht bei einer Verurteilung eine Haftstrafe von fünf Jahren und acht Monaten in einem Bundesgefängnis.

Buck soll Medienberichten zufolge in den letzten zehn Jahren mehr als 110.000 Dollar an Demokratische Kandidaten gespendet haben, darunter auch an Barack Obama und Hillary Clinton. Seitdem die ersten Vorwürfe gegen Ed Buck öffentlich wurden, haben die meisten Politiker, die Zuwendungen von dem 65-Jährigen erhalten haben, diese wieder zurückgezahlt.