So reagieren Dating-Apps auf die Corona-Krise

Von der lästigen Pflichtübung bis zum unerwarteten Engagement

Symbolbild: Schwules Paar
Symbolbild - Adobe Stock

Bei Dating-Apps geht es normalerweise darum, sich möglichst nahe zu kommen. In Zeiten des Coronavirus wird aber auch von schwulen und bisexuellen Männern das genaue Gegenteil erwartet. Die Apps selbst gehen dieser Verantwortung recht unterschiedlich nach.

Bei Grindr und Romeo bleibt man allgemein

„Wir haben die Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation WHO in der App veröffentlicht. Damit wollen wir den Usern helfen, informierte Entscheidungen zu treffen“, erklärt ein Sprecher von Grindr. Zusätzlich blendet die App einmalig einen Link zu den Informationen des Gesundheitsministeriums ein. Eine explizite Warnung, Dating in Corona-Zeiten zu unterlassen, gibt es bis jetzt aber nicht.

Ziemlich allgemein bleibt auch Romeo, im deutschsprachigen Raum noch immer eine der beliebtesten Dating-Plattformen für schwule und bisexuelle Männer. „Wenn du dich nicht gut fühlst, mache keine Dates! Es ist wahrscheinlich auch nicht die beste Idee, zur Zeit an größeren Parties teilzunehmen“, schrieb das Team den Usern am 13. März. Eine Empfehlung, die mittlerweile veraltet ist – Aktualisierung gab es allerdings noch keine.

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Scruff und Hornet empfehlen, sich jetzt besser nur virtuell zu treffen

Deutlicher werden da andere Apps: Auf Scruff, in den USA immerhin die zweitgrößte Dating-App für die Gay-Community, erscheint eine deutliche Warnung, dass man sich in den nächsten Wochen besser nur virtuell treffen sollte. Der Versand erfolgt dabei in Schüben zu 100.000 Nachrichten.

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Auch Hornet empfiehlt seinen Nutzern ein „soziales Netzwerk auf Distanz“ zu treffen. „Wir haben in der App eine Auswahl von Newsbeiträgen geteilt und Nachrichten verschickt“, erklärte Mitgründer Sean Howell der Nachrichtenagentur Reuters.

Bei Tinder, der mit etwa sechs Millionen Usern eine der beliebtesten Dating-Apps der Welt, versucht man es mit einem Mittelweg. Wer dort zur Zeit nach einem Date sucht, bekommt beim Swipen den Hinweis: „Tinder ist ein toller Ort, um Menschen kennenzulernen. Wir wollen weiterhin, dass ihr Spass habt, aber sich vor dem Coronavirus zu schützen ist wichtiger.“