Irak: EU-Vertretung erzürnt Regierung mit Regenbogenflagge

Regenbogenflagge
Archiv

Die irakische Regierung hat sich darüber empört, dass die Vertretung der Europäischen Union in Bagdad eine Regenbogenflagge gehisst hat. Grund dafür war der internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit (IDAHOBIT). Auch die Botschaften von Kanada und Großbritannien haben sich dieser Geste angeschlossen.

Das Hissen der Regenbogenflagge, seit Jahrzehnten ein Symbol der LGBTI-Bewegung, verletze die religiösen Gefühle vieler Bürger und widerspreche den Werten und sozialen Normen des Landes, zitiert die staatliche Nachrichtenagentur INA das Außenministerium. Der Irak ist überwiegend von Muslimen bewohnt.

Homophober Geistlicher empört sich über die „Aggression gegen Recht und Religion des Irak“

Der einflussreiche schiitische Geistliche Moktada al-Sadr empörte sich ebenfalls über die Aktion der internationalen Vertretungen und nannte sie eine „Agression gegen das Recht und die Religion des Irak“. Al-Sadr ist schon in den letzten Wochen durch homophobe Äußerungen aufgefallen: So hat er die Öffnung der Ehe als einen der Gründe für die Ausbreitung des Coronavirus bezeichnet.

Homosexualität ist im Irak illegal. Sexuelle Minderheiten sind im Irak oft Gewalt und Diskriminierung ausgesetzt. Wie das US-Außenministerium in einem Bericht über die Lage der Menschenrechte im Irak feststellte, würden die Betroffenen von der Regierung nicht geschützt, die Angreifer strafrechtlich nicht verfolgt.