Auch CSU spricht sich für diskriminierungsfreie Blutspende aus

Kommt eine Neuregelung noch vor der Bundestagswahl?

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Paradigmenwechsel in Deutschland: Rechtzeitig zum Beginn des Superwahljahres setzt sich nun auch die CSU dafür ein, das Blutspendeverbot für schwule und bisexuelle Männer in unserem Nachbarland zu beenden. Die Schwesterpartei CDU hält sich bei diesem Thema noch zurück. In Österreich hat sich die ÖVP gegen die diskriminierungsfreie Blutspende ausgesprochen.

CSU: Niemand soll wegen der sexuellen Orientierung vom Blutspenden ausgeschlossen werden

Gegenüber der Tageszeitung Die Welt sagte CSU-Generalsekretär Markus Blume, niemand solle mehr aufgrund der sexuellen Orientierung vom Blutspenden ausgeschlossen werden. Mit den aktuellen medizinischen Untersuchungsmöglichkeiten sei der Schutz der Empfänger des Blutes vor übertragbaren Krankheiten wie HIV oder Hepatitis gegeben.

Derzeit dürfen schwule und bisexuelle Männer in Deutschland – wie auch in Österreich – nur dann Blut spenden, wenn sie mindestens zwölf Monate keinen gleichgeschlechtlichen Sex hatten. Österreich will diese Frist in einem ersten Schritt zur diskriminierungsfreien Blutspende in Kürze auf vier Monate reduzieren. Gegen eine völlig diskriminierungsfreie Spende sind hier vor allem die ÖVP und der Blutspendedienst des Roten Kreuzes.

Homosexuelle Männer verhalten sich nicht unverantwortlicher als heterosexuelle

Blume unterstützt damit einen Vorstoß von Gerd Müller, dem Fraktionsgeschäftsführer der CSU im Bundestag. Er hatte sich dafür ausgesprochen, die Einschränkungen für schwule und bisexuelle Männer bei der Blutspende zu kippen. Er halte die pauschale Behauptung, homosexuelle Männer verhielten sich unverantwortlicher als heterosexuelle, für nicht akzeptabel, so Müller.

Auch Grüne, FDP und Linke setzen sich in Deutschland für die diskriminierungsfreie Blutspende ein. Die CSU-Schwesterpartei CDU sowie die rechtspopulistische AfD verweisen hingegen darauf, dass die Entscheidung, wer Blut spenden darf, keine politische sei, sondern eine medizinische.

In immer mehr europäischen Ländern gibt es die diskriminierungsfreie Blutspende

Die Richtlinien zur Blutspende legt in Deutschland die Bundesärztekammer nach den aktuell verfügbaren Informationen zur Sicherheit der Blutspende fest. Die Bundesregierung hatte schon letztes Jahr angekündigt, die Blutspende für Männer, die Sex mit Männern haben, zu erleichtern.

Da während der Corona-Krise weniger Blutspenden zur Verfügung stehen, haben andere Länder wie Brasilien, Ungarn oder das Vereinigte Königreich solche Verbote in den letzten Monaten bereits gekippt. Auch andere Länder wie Bulgarien, Italien, Lettland, Polen, Portugal und Spanien behandeln schwule und bisexuelle Männer bereits gleich wie Heterosexuelle, wenn sie Blut spenden wollen.