LGBTI-feindliche Übergriffe nach CSD in Augsburg und Kelkheim

In Bayern mussten die Opfer im Krankenhaus versorgt werden

Symbolbild: Regenbogenflagge
Symbolbild - Adobe Stock

Die Zahl der LGBTI-feindlichen Angriffe im Umfeld von Pride-Paraden steigt auch in Deutschland: So ist es am Wochenende auch nach den Prides in Augsburg und dem hessischen Kelkheim zu Gewalttaten gekommen, berichten die Veranstalter:innen.

Augsburg: Regenbogenfahnen zerstört, zwei Teilnehmer:innen verprügelt

Im bayerischen Augsburg beendeten die rund 3.000 Teilnehmer:innen den dortigen CSD friedlich und entspannt – etwa tausend von ihnen feierten dann noch rund um den Kulturbiergarten weiter. Doch im Schatten dieser Atmosphäre ist es zu einem queerfeindlichen Vorfall bekommen, so der CSD Augsburg auf Instagram.

So wurden einige Personen von einer „größeren Gruppe Jungs“ zunächst bedrängt, dann wurden ihnen die Regenbogenfahnen entrissen und zerstört. „Als dann zwei Teilnehmer der Demo dazwischen gegangen sind, wurden sie massiv geschlagen und einer am Boden liegend gegen den Kopf getreten“, so der CSD Augsburg gegenüber dem Bayerischen Rundfunk (BR) . Die beiden Opfer mussten im Krankenhaus behandelt werden.

Die CSD-Veranstalter betonten, sie seien sowohl mit der Polizei als auch mit einer der betroffenen Personen in Kontakt. „Wir sind erschüttert und traurig darüber, solche Vorfälle in der Friedensstadt Augsburg verzeichnen zu müssen“, heißt es in der Stellungnahme weiter. Man arbeite mit Hochdruck an einer Kundgebung gegen queerfeindliche Gewalt.

Kelkheim: Zwei Besucher nach dem CSD verprügelt

Und auch in Kelkheim, einer 29.000 Einwohner:innen zählenden Stadt im hessischen Main-Taunus-Kreis, endete der lokale CSD nicht für alle Teilnehmer:innen friedlich. Wie der Wiesbadener Kurier  berichtet, sind ein 22-Jähriger und ein 23-Jähriger am Sonntag gegen 4.45 Uhr vor einer Bar von einem unbekannten Täter verprügelt worden.

Den derzeitigen Erkenntnissen der Polizei zufolge hat der Unbekannte eines der Opfer nach dessen sexueller Orientierung gefragt. Als der Mann bestätigte, schwul zu sein, soll ihm der Angreifer ins Gesicht geschlagen haben, so die Polizei. Anschließend konnte der Angreifer unerkannt in Richtung Kelkheim-Münster flüchten.

Auch hier planen die Veranstalter:innen des CSD Main-Taunus-Kreis eine Demonstration gegen Hass und Diskriminierung. Sie soll am nächsten Mittwoch am Marktplatz in Kelkheim stattfinden.

Immer mehr Übergriffe nach CSD-Paraden

Es sind nicht die ersten Gewalttaten, die sich dieses Jahr im Rahmen einer Pride-Parade im deutschsprachigen Raum ereignet haben. In Karlsruhe wurde nach dem CSD eine Person mit einer Regenbogenflagge von einer Gruppe umzingelt, beleidigt und geschlagen. Die Flagge wurde ihr entrissen und verbrannt. CSD-Teilnehmer:innen, die helfen wollten, wurden ebenfalls angegriffen.

In Wien wurde nach der Regenbogenparade wurde der bekannte Szenewirt David Karner nur wenige Meter von der Schlussveranstaltung entfernt von einer Gruppe Jugendlicher verprügelt. Wenige Tage zuvor hatten die rechtsextremen Identitären den Eingang zu einer Bücherei zugemauert, weil dort Drag Queen Candy Licious aus LGBTI-gerechten Kinderbüchern vorlesen wollte.

Und erst dieses Wochenende wollten Unbekannte den Schlussgottesdienst des Zurich Pride Festivals stören. Sie wurden nur durch das beherzte Eingreifen eines Gottesdienstbesuchers an ihrem Plan gehindert und konnten unerkannt flüchten.