AfD-Chefin Weidel will mit Homophobie in ihrer Partei „irgendwie ein bisschen lockerer“ umgehen

Gegen queerfeindliche Tendenzen in der AfD will sie nicht vorgehen

Alice Weidel
AfD

Alice Weidel, die offen lesbische Chefin der rechtspopulistischen „Alternative für Deutschland“ (AfD) kritisiert im ZDF-Sommerinterview die Homophobie in ihrer Partei. Etwas dagegen unternehmen will die 43-Jährige allerdings nicht.

Immer wieder hetzten hochrangige AfD-Mitglieder gegen sexuelle Minderheiten

In den Prides und CSD-Demonstrationen sehen einige AfD-Mitglieder eine „Zurschaustellung sexueller Obszönitäten“. So wie AfD-Bundestagsabgeordnete Christina Bau: Sie hat im vergangenen Jahr ein Verbot der Paraden gefordert – „zum Schutz unserer Kinder“. Andere warnen vor einem „Globalismus des Regenbogens“ – und stellen damit auch den Lebensstil ihrer Chefin in Frage, die mit ihrer Frau und zwei Söhnen zusammenlebt.

Auf die Frage von ZDF-Moderatorin Shakuntala Banerjee, warum sie sich nicht stärker von Homophobie in der eigenen Partei distanziere, sagte Weidel im Sommerinterview, das am Sonntag ausgestrahlt wurde: „Sagen sie’s gleich: Sie spielen auf mein Privatleben an, da können Sie mir auch die Frage direkt stellen.“

Weidel: Homophobe Tendenzen gibt es in allen Parteien

Banerjee betonte, sie interessiere sich für Weidels Umgang mit der Sache als Parteichefin. Und homophobe Tendenzen in ihrer Partei streitet Weidel nicht ab. „Wissen Sie, diese Äußerungen, die haben Sie auch in anderen Parteien, die haben Sie überall“, spielt sie diese herunter. 

„Ich kann damit umgehen. Das ist mir auch verhältnismäßig egal. Es ist völlig klar, dass ich eine deutlich liberalere Sicht habe“, so Weidel über die LGBTI-Feindlichkeit in der Partei. Distanzieren will sich die offen lesbische AfD-Chefin von diesen Strömungen aber trotz Nachfrage nicht.

Es sei zwar eine extreme Einstellung, dass es mitunter nur wenig Verständnis für homosexuelle Paare gebe. Doch „damit muss man auch irgendwie ein bisschen lockerer umgehen“.