25-Jähriger infiziert: Erster Affenpocken-Fall in Kärnten

Offenbar hat sich der Mann in Wien angesteckt

Symbolbild: Affenpocken
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Kärnten hat seinen ersten bestätigten Affenpocken-Fall. Dabei handelt es sich um einen 25-Jährigen, der infiziert von Wien in die Heimat gereist sei, so das Land gestern, Sonntag, in einer Aussendung. Bis jetzt wurden in Österreich mehr als 160 Fälle der Infektionskrankheit gemeldet.

Nach der Rückkehr aus Wien wurde die Infektion festgestellt

„Der 25-Jährige hat sich in Wien aufgehalten. Nach seiner Rückkehr wurde bei ihm die Infektion festgestellt, er befindet sich in Quarantäne zu Hause“, so Gerd Kurath, den Leiter des Kärntner Landespressedienstes.

Alle Maßnahmen, die mit der Infektion einhergehen, seien getroffen worden, heißt es weiter vom Land Kärnten. „Es gibt gegen Affenpocken eine Schutzimpfung, die das Risiko, zu erkranken, minimiert und die im Falle einer Erkrankung den Verlauf abmildert“, so das Land weiter.

Das Land Kärnten verweist auf eine Impfung, die derzeit Mangelware ist

Dass diese aber in Österreich derzeit Mangelware ist, wird nicht erwähnt. So hat die HOSI Wien letzte Woche Gesundheitsminister Johannes Rauch von den Grünen deshalb kritisiert. So würden für ganz Österreich nur 4.400 Impfdosen zur Verfügung stehen – alleine für Berlin sind es derzeit 8.000.

In Österreich haben sich derzeit etwa 160 Menschen mit Affenpocken infiziert, davon 28 in der letzten Woche. Davon sind 45 Erkrankte bereits als genesen im Epidemiologischen Melderegister (EMS) gemeldet, so die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES).

Affenpocken: Meistens milder Verlauf, der trotzdem ernst zu nehmen ist

Die Affenpocken sind eine weniger gefährliche Variante der Menschenpocken, die seit etwa 40 Jahren ausgerottet sind. Allerdings kam es in den letzten Tagen auch bei den Affenpocken zu Todesfällen, etwa in Spanien, Brasilien und Indien.

Sie sind eine rasch übertragbare Infektionskrankheit. Sie beginnt mit grippeähnlichen Symptomen, später kommen die für Pocken typischen Pusteln dazu. Während der etwa drei Wochen dauernden Erkrankung muss der Infizierte in Quarantäne.

Derzeit sind vor allem MSM mit wechselnden Partnern betroffen

Normalerweise kommt diese Infektionskrankheit in Afrika vor. Seit Mai verbreitet sie sich aber auch außerhalb des üblichen Gebiets. In Europa sind vor allem Spanien, Großbritannien und die Niederlande betroffen.

Affenpocken: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Mit Affenpocken infizieren sich derzeit vor allem Männer, die Sex mit unterschiedlichen Männern haben. Da der Affenpocken-Impfstoff derzeit in Österreich nur schwer ist, empfehlen Expert:innen, vorübergehend die Zahl der Sexualpartner:innen einzuschränken.