Das sind die Opfer von Colorado Springs

Polizei veröffentlicht die Namen der Getöteten - das sind ihre Geschichten

Anschlag in Colorado Springs
Screenshot: KOAA-TV

Die Polizei von Colorado Springs hat am Montag die Namen der fünf Menschen veröffentlicht, die in der Nacht auf Sonntag bei einem Amoklauf im queeren “Club Q” umgebracht wurden. Bei den Toten handelt es sich um zwei Barkeeper und drei Gäste des Lokals. 

Derrick Wayne Rump 

Derrick Rump
Derrick Rump/Facebook

Der 38 Jahre alte Derrick Rump arbeitete im “Club Q” an der Bar. Er war bei den Gästen beliebt – wegen seines Humors, und weil er immer ein offenes Ohr hatte. “Er hat den ‘Club Q” wirklich geliebt”, erinnert sich seine Arbeitskollegin Shadavia Green: “Er war die Bar.”  

Im “Club Q” fand er “eine Gemeinschaft von Menschen, die er wirklich geliebt hat, und er hatte das Gefühl, sich dort entfalten zu können – was er auch tat”, sagt seine Schwester Julia Kissling dem Lokalsender WFMZ. Wenn ein Stammgast kein Uber fand, um nach Hause zu kommen, hat ihn Rump auch einmal selbst gefahren. 

Daniel Aston 

Daniel Aston
Colorado Springs Police Department

Daniel Aston arbeitete im “Club Q”, seit er vor zwei Jahren nach Colorado Springs gezogen war, um näher bei seinen Eltern zu leben. Der 28 Jahre alte trans Mann war die “herzlichste, liebevollste Person”, erinnert sich Green: “Daniel hatte ein Lächeln, das man quer durch den Club sehen konnte”. 

Er liebte den Club und trat auch öfter dort auf, erinnert sich seine Mutter im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AP: “Er hatte verrückte Perücken und Outfits, sprang über die Bühne und konnte auf seinen Knien rutschen”, erinnert sie sich: “Und er war ziemlich unterhaltsam. Alle lachten und johlten.” 

Kelly Loving 

Kelly Loving
Colorado Springs Police Department

Die 40-Jährige trans Frau ging in den Club, nachdem sie für ein Wochenende nach Colorado Springs zurückgekehrt war. Ein Monat zuvor war sie nach Denver gezogen. “Sie hat immer versucht, ihren Nächsten zu helfen, anstatt an sich zu denken”, erinnert sich ihre Schwester Tiffany Loving an sie. 

Für die 25 Jahre alte Natalee Sky Bingham war Loving wie eine Mutter, die sie in der Zeit ihrer eigenen Transition begleitete. “Ohne sie, die mir das Vertrauen gab, wüsste ich nicht, wo ich heute wäre”, sagt Bingham der New York Times. 

Dabei wurde sie selbst – wie viele trans Menschen – verprügelt, sogar mit einem Messer verletzt oder angeschossen. “Aber sie war eine Kämpferin”, beschreibt sie die 25-Jährige. 

Ashley Paugh 

Ashley Paugh
Colorado Springs Police Department

Die 35-Jährige lebte in La Junta, etwa 150 Kilometer von Colorado Springs entfernt. Sie heiratete ihr Highschool Sweetheart und war Mutter einer elf Jahre alten Tochter. Paugh arbeitete für die Non-Profit-Organisation “Kids Crossing” und war einer der Gäste im “Club Q”.  

Sie wollte sich gemeinsam mit einer Freundin die Show im Club ansehen, als die Schüsse fielen. Sie hatte ein “großes Herz”, heißt es in einer Stellungnahme ihrer Famile: “Sie hat dieser Familie alles bedeutet, und wir fangen nicht einmal an zu begreifen, was es bedeutet, sie nicht in unseren Leben zu haben.” 

Raymond Green Vance 

Raymond Green Vance
Colorado Springs Police Department

Der 22-Jährige war zum ersten Mal im “Club Q”, gemeinsam mit seiner Partnerin Kassy Fierro und deren Eltern, um den Geburtstag eines Freundes zu feiern. Er hatte gerade einen neuen Job bekommen und “war aufgeregt, seinen ersten Gehaltsscheck bekommen zu haben”, heißt es in einer Stellungnahme seiner Familie. 

“Er konnte nicht darauf warten, genug Geld zu sparen, um seine eigene Wohnung zu bekommen”, heißt es weiter. Er wuchs gemeinsam mit seinen Cousins auf, mit denen er eine enge Bindung hatte. “Sein Fehlen wird ein nicht zu stopfendes Loch in die Herzen unzähliger Menschen reißen.” 

Sein Schwiegervater Vater Richard Fierro, ein ehemaliger Army-Veteran, gehörte zu jenen beiden Personen, die den Angreifer überwältigen konnten – und die damit zahlreiche Leben retteten.