Airfrance fliegt nach Teharan: Schwule Flugbegleiter wehren sich

Ab Sonntag fliegt die französische Fluglinie Air France auch in den Iran. Doch viele schwule Flugbegleiter fühlen sich mit der neuen Route unwohl.

Bereits in den letzten Wochen hat der kommende Direktflug von Paris nach Teheran für Aufregung unter der Kabinenbesatzung gesorgt: Ein internes Memo hat Flugbegleiterinnen angewiesen, im Gottesstaat ein Kopftuch und lange Hosen zu tragen. Mittlerweile hat Air France in dieser Sache erste Zugeständnisse gemacht: Frauen können sich entscheiden, nicht auf dieser Route zu fliegen.

Doch nicht nur das weibliche Personal hat ein Problem mit den Flügen in den Iran: Auch schwule Flugbegleiter wollen nicht in das Land reisen, in dem die Todesstrafe auf homosexuell Handlungen steht.

Einer von ihnen, Laurent, hat eine Petition gestartet: Er möchte, dass Air France „dem homosexuellen Kabinenpersonal das Recht garantiert, in ein Land zu reisen, in dem sie für das, was sie sind, getötet werden können“.

„Homosexualität bleibt im Iran illegal. Die Strafe geht von 74 Peitschenhieben für einen Minderjährigen bis zur Todesstrafe für Erwachsene“, heißt es in der Petition weiter: „Natürlich steht die sexuelle Orientierung nicht auf dem Reisepass und ändert nichts daran, wie wir arbeiten. Aber es ist undenkbar, jemanden zu zwingen, in ein Land zu fahren, in dem sie verurteilt werden können, weil sie sind, was sie sind.“

Auch sei es unvorstellbar, von Menschen, die in ihrer Heimat für gleiche Rechte und die Anerkennung ihrer Familie gekämpft haben, zu verlangen, dass sie ihre sexuelle Orientierung bei der Arbeit verstecken müssen.

Bis jetzt hat diese Petition bereits 2000 Unterschriften. Eine Reaktion von Air France gibt es noch nicht. Die Gewerkschaft UNAC fordert, dass die Fluglinie für ihre Teheran-Flüge die Entscheidungsmöglichkeit, diese Route nicht zu fliegen, auf alle Mitarbeiter ausdehnt, „unabhängig von Geschlecht und sexueller Orientierung“.

Die Air France ist übrigens nicht die einzige europäische Fluglinie, die direkt in den Iran fliegt: Auch die Lufthansa und Austrian Airlines bieten Flüge nach Teheran an. Als „Signal der Wirtschaftsbelebung“ hat Austrian zuletzt am 11. März einen zusätzlichen Flug in den Gottesstaat in den Flugplan aufgenommen.