„Schwule sind schuld an Erdbeben“

Muslimischer Geistlicher in Ghana hetzt gegen Homosexuelle

Flagge von Ghana
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In Ghana hat ein muslimischer Geistlicher Schwule nun für Naturkatastrophen verantwortlich gemacht: „Allah wird wütend, wenn Männer Geschlechtsverkehr miteinander haben und solch widerliches Verhalten verursacht Erdbeben“, erklärte Mallam Abass Mahmud in einem Interview.

Ruft zum „Heiligen Krieg“ gegen Homosexuelle auf

Wie „News Ghana“ berichtet, behauptete der Geistliche, Homosexualität sei auch der Grund gewesen, warum Gott die antiken Städte Sodom und Gomorrha zerstörte. Er forderte einen „Heiligen Krieg“ gegen Schwule und Lesben in ganz Ghana, besonders in den muslimisch dominierten Gebieten. Sie machen rund ein Drittel der Bevölkerung des Landes aus.

Besonders dominant sind dabei die Zongo-Gemeinden, die von Siedlern aus der nördlichen Sahel-Zone bewohnt werden. „Sollen wir zulassen, dass solch eine Schande gegen unsere heilige Lehre in unseren Gemeinden weitergeht?“, fragt Mallam Abass Mahmud – und lieferte gleich die Antwort: „Sicher nicht, und freuen uns, diese Idioten aus unseren Zongo-Gemeinden zu verjagen.“

Lesben und Schwule fürchten um ihr Leben

Was wie eine wirre Forderung klingt, gefährdet in Ghana tatsächlich die Leben von Homosexuellen: Denn Homosexualität ist in dem Land illegal, und in einigen Gemeinden gibt es tatsächlich Bürgerwehren, die gegen Schwule vorgehen. Auch christliche Kirchen wettern in Ghana gegen Homosexualität als Sünde, die nicht toleriert werden dürfe.

Nach den Äußerungen des islamischen Geistlichen fürchten viele Schwule im den muslimischen Teilen Ghanas nun, dass sie noch öfter zu Opfern von Gewalt werden könnten. Einige fürchten, dass sie zum Opfer eines Lynchmobs werden könnten. Viele junge Schwule aus der Gegend haben aus Angst die Gegend verlassen, berichtet „News Ghana“.