HIV-Neuinfektionen: Starker Anstieg in Hamburg

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Auch im Jahr 2015 gab es in Deutschland mehr neu gestellte Diagnosen als im Jahr zuvor. Das geht aus dem „Infektionsepidemiologischen Jahrbuch“ hervor, das vom Robert-Koch-Institut (RKI) veröffentlicht wurde. In Hamburg wurden verhältnismäßig viele neue HIV-Infektionen festgestellt.

Zahl der Neudiagnosen steigt um 5 Prozent

Um fünf Prozent ist die Zahl der neu entdeckten HIV-Diagnosen in Deutschland gestiegen: Von 3.500 im Jahr 2014 zu 3.674 Fällen im Vorjahr. Bei 62 Prozent der Fälle, bei denen der Übertragungsweg wahrscheinlich bekannt ist, ist die Infektion auf Sex zwischen Männern zurückzuführen. Damit ist die Zahl der Männer, die sich so mit dem HI-Virus angesteckt haben, leicht gesunken.

Die meisten HIV-Neudiagnosen gab es im Jahr 2015 in Hamburg. Hier wurde der Virus zwölf Mal pro 100.000 Einwohner festgestellt. Danach folgt Berlin mit elf Fällen pro 100.000 Einwohner, das sind weniger als im Durchschnitt der vier Jahre zuvor. In den meisten anderen Bundesländern ist die Zahl der neu diagnostizierten HIV-Infektionen verglichen mit diesem Zeitraum hingegen angestiegen.

Besonders junge Männer sind betroffen

Besonders von den Neudiagnosen betroffen sind 25- bis 39-jährige Männer: Hier wurde pro 100.000 Männer bis zu 19 Mal HIV neu diagnostiziert. Bei den 20- bis 24-Jährigen und den 40- bis 49-Jährigen gab es nur mehr 11 Fällen pro 100.000.

Die Zahl der in Deutschland erworbenen HIV-Infektionen ist dabei nach den Recherchen des RKI von 69 auf 66 Prozent leicht gesunken. Dafür hat sich die Zahl der Betroffenen, die sich wahrscheinlich im Ausland angesteckt haben, erhöht. Das RKI führt das vor allem auf die HIV-Routinekontrollen unter Asylsuchenden zurück, die es in einigen Bundesländern gibt.

Anstieg durch Flüchtlingswelle?

Nachdem die Zahl der neu entdeckten HIV-Diagnosen in Deutschland lange stabil geblieben ist, steigt sie seit 2012 wieder. Der Anstieg im vergangen Jahr ist dem RKI zufolge auf die verstärkte Migration nach Deutschland zurückzuführen, die zu einer Zunahme von HIV­Neudiagnosen geführt hat. Das betrifft vor allem bei Menschen afrikanischer und osteuropäischer Herkunft. Die Zahlen geben deshalb keinen Aufschluss darüber, wie wirksam HIV-Präventionsmaßnahmen in Deutschland wirklich sind, betont das Robert-Koch-Institut.