Uganda: Polizei blockiert Lesben- und Schwulenparade

Aus Angst vor einem Polizei-Verhör sprang ein Teilnehmer aus dem fahrenden Bus

Flagge von Uganda

In Uganda wollten mehr als 100 Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender am Samstag an einem Strand bei Entebbe, einer Stadt am Victoria-See, eine Gay Pride feiern. Doch anders als in den vier Jahren zuvor hinderte die Polizei die Teilnehmer an der Feier und nahm die Teilnehmer in Gewahrsam.

Ethikminister forderte Polizei auf, alle Teilnehmer festzunehmen

Die Beamten handelten auf Anordnung von Ethikminister Simon Lokodo. Dieser sagte, eine solche Veranstaltung sei illegal. Wie in vielen afrikanischen Ländern sind homosexuelle Handlungen auch in Uganda „gegen die Natur“ und deshalb strafbar sowie gesellschaftlich geächtet.

Lokodo verurteilte bereits im Vorfeld in einer Stellungnahme alle öffentlichen Aktivitäten von Homosexuellen und forderte die Polizei auf, sie festzunehmen, wenn sie erneut versuchen würden, eine Parade zu veranstalten. Die Veranstaltung verstoße gegen das Gesetz und die Moral des Landes, so der Minister.

Polizei brachte Teilnehmer vom Veranstaltungsort weg

Die Veranstaltung sollte an zwei geheim gehaltenen Orten außerhalb der Hauptstadt Kampala stattfinden, sagte der Menschenrechtsaktivist Frank Mugisha. Doch die Polizei war an den Orten präsent und hinderte Veranstalter und Besucher mit Waffengewalt daran, die Orte zu betreten. Die Teilnehmer mussten sich in Minibusse setzen und wurden – von der Polizei eskortiert – nach Kampala gebracht.

Dabei verletzte sich ein junger Mann, weil er aus Angst vor einer polizeilichen Vernehmung aus dem fahrenden Bus sprang. „Sie sind traumatisiert“, erklärt Mugisha dem Portal „LGBT Nation“ den Zustand der verhinderten Paraden-Teilnehmer. Sie wurden danach freigelassen, so der Aktivist.

Situation für LGBT in Uganda verschärft sich zunehmend

Ursprünglich hätte die Uganda Pride bereits im August stattfinden sollte. Doch nachdem kurz zuvor die Polizei eine Razzia bei einer schwul-lesbischen Schönheitskonkurrenz durchgeführt hatte, beschlossen die Veranstalter, die Parade zu verschieben.

Unterdessen haben sich Politiker aus dem In- und Ausland vergeblich für die Durchführung der Uganda Pride eingesetzt. Am Samstag rief der aus Dänemark stammende EU-Botschafter in Uganda, Kristian Schmidt, die Regierung dazu auf, die Rechte und die Sicherheit der LGBTI-Community in dem Land zu wahren.