Erste lesbische Abgeordnete Norwegens ist tot

Wenche Lowzow war für die Konservativen acht Jahre im norwegischen Parlament

Wenche Lowzow und Kim Friele
Røde nytt/flickr - CC BY-SA 3.0

Die erste offen lesbische Parlamentsabgeordnete Norwegens ist tot. Wenche Lowzow starb am 24. September an den Folgen einer langen schweren Krankheit. Sie wurde 90 Jahre alt.

Lowzow war eine Vorkämpferin für die Rechte von Lesben in Norwegen. Sie zog 1977 ins Storting, das norwegische Parlament, ein und blieb bis 1985 Abgeordnete der Konservativen Partei für Oslo. Im Jahr 1979 outete sich während einer Debatte im Hohen Haus als lesbisch.

Nach ihrem öffentlichen Coming Out engagierte sie sich stark für die Rechte von sexuellen Minderheiten in Norwegen. Vor ihrer Zeit im Parlament arbeitete sie als Lehrerin und Direktorin einer Schule in der norwegischen Hauptstadt Oslo.

Als im Jahr 1993 in Norwegen die Eingetragene Partnerschaft für homosexuelle Paare eingeführt wurde, waren Lowzow und ihre Partnerin Karen Christine „Kim“ Friele eines der ersten Paare, die sich das Ja-Wort gaben. Friele ist eine Schriftstellerin und Aktivistin, die sich bereits 1965 als erste Norwegerin öffentlich als lesbisch geoutet hatte. „Natürlich tut es weh. Sie wird vermisst werden“, sagte sie über den Tod ihrer Partnerin.

Der Zeitung „Aftenposten“ sagte Friele, dass sie die Möglichkeit hatte, sich würdig von Lowzow zu verabschieden: Mit einem Lippenstift-Kuss auf jede Wange, bevor sie ihren letzten Weg antrat.