Schwusos: Neuer Name, neue Vorsitzende

Ab sofort heißt die sozialdemokratische Arbeitsgemeinschaft offiziell "SPDqueer".

Petra Nowacki
Oliver Haaker/SPD

Die Schwusos haben einen neuen Namen: Die „Arbeitsgemeinschaft Lesben und Schwule in der SPD (Schwusos)“ heißt ab sofort „SPDqueer – Arbeitsgemeinschaft für Akzeptanz und Gleichstellung“. Das haben die Mitglieder bei der Bundeskonferenz der Arbeitsgemeinschaft in Schwerin beschlossen.

Ende einer jahrelangen Diskussion

Eine Umbenennung der „Schwusos“ wurde innerhalb der Arbeitsgemeinschaft seit Jahren diskutiert – teils sehr leidenschaftlich. Die bisherige Kurzbezeichnung stieß vor allem bei Lesben und Transpersonen auf Kritik, da sie sich dadurch ausgegrenzt fühlten.

Nun haben diese Diskussionen ein Ende: 70 Prozent der Delegierten stimmten für den neuen Namen. Damit gehören die „Schwusos“ der Vergangenheit an, die neue Kurzbezeichnung lautet „SPDqueer“.

Neue Ziele für den bisherigen Vorsitzenden Ansgar Dittmar

Neben einem neuen Namen bekam SPDqueer in Schwein auch eine neue Vorsitzende: Der bisherige Amtsinhaber Ansgar Dittmar ist nach acht Jahren nicht mehr angetreten. Der Frankfurter Rechtsanwalt möchte sich nun dem Kampf um ein Mandat im Bundestag widmen.

Unter Dittmar wurden die Schwusos im Jahr 2011 als offizielle Arbeitsgemeinschaft der SPD anerkannt. Auch bekam die 1978 als Arbeitskreis gegründete Gruppe unter seiner Führung eine beratende Stimme im SPD-Parteivorstand.

Petra Nowacki als erster Frau an der SPDqueer-Spitze

Dittmars Nachfolgerin ist die Berlinerin Petra Nowacki, die in den letzten vier Jahren stellvertretende Bundesvorsitzende der schwul-lesbischen Arbeitsgemeinschaft war. Sie ist die erste weibliche Vorsitzende der SPDqueer.

„Ich freue mich, von der Bundeskonferenz mit dieser wichtigen Aufgabe betraut worden zu sein. Jetzt geht es darum, dass wir uns klar gegen Rechtspopulismus und Hass positionieren“, so Nowacki in einer ersten Stellungnahme nach ihrer Wahl.

Sie ist sich allerdings bewusst, dass der Ruf der SPD bei sexuellen Minderheiten nach der Koalition mit CDU und CSU gelitten hat: „Wir müssen das Vertrauen der Community in die Queerpolitik der SPD stärken und gemeinsam für die Eheöffnung, für die Rehabilitierung der Opfer des §175 und für bessere Rahmenbedingungen für Regenbogenfamilien kämpfen“, erklärt sie ihre ersten Schwerpunkte.