PlanetRomeo-Umfrage: 12 Prozent der Schwulen für die AfD

In der Gunst der Nutzer liegen Linkspartei und FDP vor AfD und Grünen

Plenum im Deutschen Bundestag
Deutscher Bundestag/Thomas Trutschel/photothek.net

Das Dating-Portal PlanetRomeo hat seine User in Deutschland gefragt, welche Partei sie bei der Bundestagswahl am 24. September wählen würden. Das Ergebnis der nicht repräsentativen Umfrage überrascht – besonders das starke Abschneiden der rechtspopulistischen „Alternative für Deutschland“ (AfD).

22 Prozent der PlanetRomeo-Nutzer schenken Mutti das Vertrauen

Diese würden der Umfrage zufolge 12 Prozent der schwulen Männer wählen – und damit ungefähr gleich viel wie die Grünen. 22 Prozent würden CDU/CSU wählen, 19 Prozent die SPD. Platz 3 würde die Linke mit 15 Prozent einnehmen, gefolgt von der FDP mit 13 Prozent. Dann folgen AfD und Grüne.

Gefragt wurde auch, welche Partei die User bei der letzten Bundestagswahl im Jahr 2013 gewählt haben. Dabei zeigt sich: CDU/CSU, SPD und Grüne sind die Verlierer, zu den Gewinnern gehören Linke, FDP – und auch die AfD, die beim letzten Mal nicht kandidiert hat.

Die Umfrage wurde Anfang September durchgeführt, fast 38.000 User beteiligten sich daran. 93 Prozent der Befragten haben vor, zur Wahl zu gehen. 41 Prozent der Befragten ist es mehr oder weniger egal welche Position die einzelnen Parteien zu LGBT-Themen haben, 44 Prozent nicht.

LSVD warnt: AfD möchte „hart erkämpfte Rechte beschneiden“

Mit der AfD unterstützen schwule Wähler eine Partei, die bei den Wahlprüfsteinen des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD) schlecht abgeschnitten hat. So kommt der LSVD nach einer Analyse der Programme zu dem Schluss, dass sie AfD „hart erkämpfte Rechte beschneiden und Erfolge in der Gleichstellung zurückdrehen“ möchte.

Die Deutsche Aids-Hilfe (DAH) hat sich sogar dafür entschlossen, die AfD gar nicht in die Auflistung aufzunehmen. „Die Haltung und das Menschenbild der AfD widersprechen diametral unseren Grundsätzen und den Grundlagen unserer Arbeit“, begründet der DAH-Vorstand diese Entscheidung: „Eine Partei, die für Ausgrenzung und Abwertung vieler Menschen steht, gefährdet Grundrechte und schadet der Prävention und der Antidiskriminierungsarbeit.“

So hat unter anderem der AfD-Landtagsabgeordnete Ralph Weber die namentliche Registrierung von HIV-Positiven gefordert. In einer Anfrage an den Landtag von Mecklenburg-Vorpommern forderte er eine „namentliche Meldung der HIV-Infizierten bei den Landesgesundheitsämtern und darauf gestützte Maßnahmen zur Aufdeckung und Unterbrechung von Infektionsketten“. Die bisherige HIV-Prävention erklärte er für gescheitert.