Bounty Killer: Schwulenhetze bei München-Konzert

Die Erklärung des Sängers war offenbar nichts wert

München
Nagy/Presseamt München

Der Auftritt des jamaikanischen Hassängers Bounty Killer in München wird dort auch den Stadtrat beschäftigen.

Die Abgeordneten Lydia Dietrich von den Grünen und Thomas Niederbühl von der Rosa Liste haben eine Anfrage gestellt, warum sich der Musiker trotz Einreiseverbot in Deutschland aufgehalten hat und ob ein Verbot des Auftritts geprüft wurde. „Wer offen gegen Schwule hetzt und zur Gewalt aufruft, darf in München keine Bühne haben“, so Niederbühl. „Wir erwarten, dass die Stadtverwaltung alle Möglichkeiten ausschöpft um derartige Auftritte zu unterbinden. Die Freiheit der Kunst darf nicht zu verbalen Exzessen gegen Minderheiten missbraucht werden.“

Die Erklärung des Sängers und seines Managements, dass dieser keine Gewaltaufrufe gegen Schwule auf der Bühne vorkommen, war nichts wert. „Der scheinbare Kompromiss hat nicht getragen“, so Rita Braaz von der Rosa Liste, die bei dem Konzert anwesend war: „Immer wieder waren die Schimpfwörter für Schwule hörbar. Politisch müssen wir unbedingt bei der Forderung nach Auftrittsverboten für solche Hasssänger bleiben.“

Ob das Nachspiel im Münchner Stadtrat fruchten wird, zeigt sich spätestens am 23. Mai. An diesem Tag ist in München ein Konzert von Sizzla Kalonji geplant, der in mehreren Songs ebenfalls zum Mord an Schwulen aufruft.