Schwule Pinguine auf Bücher-Hassliste

Die Liebesgeschichte zweier männlicher Pinguine, die ein Jungtier großziehen, hat es heuer wieder auf die Liste der meist umstrittenen Bücher geschafft, die jährlich von der „American Library Association“ (ALA) herausgegeben wird. Das Kinderbuch „And Tango makes three“ der Autoren Justin Richardson und Peter Parnell schaffte es 2006 erstmals auf diese Liste.

„Wir haben eine negative Reaktion erwartet“, kommentierte Justin Richardson die Proteste. In den Vereinigten Staaten sei das Thema Sexualität stark politisiert, gerade im Bezug auf Homosexualität sogar tabuisiert, erklärte Richardson die Kontoverse über das Buch. Allerdings hat die Heftigkeit des Widerstandes überrascht, Was vielleicht an der Zielgruppe liegen mag. Das Buch ist für die Altersklasse zwischen vier und acht Jahren gedacht. Eltern befürchten, dass die Darstellung von Homosexualität als „normale“ Lebensart den Kindern schaden könnte. Besonders viel Gegenwehr gab es in den konservativen Bundesstaaten Illinois, Missouri, North Carolina, Georgia, Tennessee, Iowa und Indiana.

Die ALA wertet für ihre Liste jedes Jahr Anzahl und Stärke von Reaktionen von Besuchern in Bibliotheken sowie von religiösen oder Elternverbänden aus, und erstellt daraus ihre Liste. Bisherige Spitzenreiter in der ALA Liste war zum Beispiel Philip Pullmanns „Der Goldene Kompass“, in dem das Christentum als „verlockender Irrtum“ bezeichnet wurde, sowie Mark Twains „Abenteuer des Huckleberry Finn“, dem rassistische Tendenzen vorgeworfen wurden.

„And Tango makes three“ beruht übrigens auf einer wahren Geschichte: Im Zoo von New York versuchten die beiden Pinguin-Herren Roy und Silo vergeblich, einen Stein auszubrüten.