Wahlergebnis stoppt Homo-Ehe in Österreich

Nach der Schlappe für SPÖ, ÖVP, Grüne und dem Liberalen Forum und dem Erfolg für die rechten Parteien FPÖ und BZÖ sind die Chancen, in Österreich eine eingetragene Partnerschaft für gleichgeschlechtliche Paare einzuführen, massiv gesunken.

So haben sich sowohl FPÖ als auch BZÖ während des Wahlkampfes gegen eine rechtliche Gleichstellung schwuler und lesbischer Beziehungen mit der heterosexuellen Ehe ausgesprochen. Allerdings sind sie dafür, ungerechtfertigte Diskriminierungen abzubauen, ohne sich konkret festzulegen.

Die Grünen, die sich für eine Eingetragene Partnerschaft und eine Öffnung der Ehe ausgesprochen haben, verloren fast 90.000 Stimmen und sind jetzt hinter dem BZÖ die schwächste Partei im Nationalrat. Dafür stellen sie mit Ulrike Lunacek die einzig offen homosexuelle Politikerin im Parlament.

Die offen schwulen Kandidaten bei SPÖ und dem Liberalen Forum haben das Mandat klar verpasst.

Im neu gewählten Nationalrat werden wieder 5 Parteien vertreten sein. Laut vorläufigem Endergebnis der Nationalratswahlen haben SPÖ, ÖVP, FPÖ, BZÖ und die Grünen den Einzug in den Nationalrat geschafft. Stimmenstärkste Partei wurde die SPÖ (29,7 Prozent, 58 Mandate), gefolgt von der ÖVP (25,6 Prozent, 50 Mandate), der FPÖ (18 Prozent, 35 Mandate) und dem BZÖ (11 Prozent, 21 Mandate). Die Grünen erreichten 9,8 Prozent und 19 Mandate. Das Liberale Forum erreichte knapp zwei Prozent der Stimmen und verfehlte so den Einzug in den Nationalrat klar. Die Mandatsverteilung kann sich durch die Auszählung der Wahlkartenstimmen allerdings noch ändern – das endgültige Wahlergebnis sollte am 6. Oktober feststehen.

Für einen kleinen Lichtblick sorgt die fundamentalistisch-konservative Partei „Die Christen“. Die Aussagen von Parteichef Alfons Adam über Homosexualität, Islam und Mutterschaft überzeugten nur 0,6 Prozent der Österreicher – weit weniger als erwartet.

Links zum Thema

  • GGG.at: Schwerpunkt zur Nationalratswahl