Streit um Schwule: US-Diözese spaltet sich ab

In den Vereinigten Staaten eskaliert der Konflikt, wie die Anglikanische Kirche zu Homosexuellen stehen soll. Die Diözese Pittsburgh hat am Samstag beschlossen, sich von der US-Episkopalkirche, der offiziellen anglikanischen Kirche in den USA, zu trennen.

Bei ihrer Diözesanversammlung stimmten die Delegierten mit 240 zu 102 Stimmen für die Abspaltung. Der Diözese gehören 77 Gemeinden und rund 20.000 Kirchenmitglieder an.

Schon seit Jahren schwelt in der 2,1 Millionen Mitglieder zählenden Episkopalkirche ein Konflikt zwischen liberalen und konservativen Gläubigen. Dabei stoßen sich die Konservativen vor allem an der Bischofsweihe des offen schwulen Theologen Gene Robinson. Robinson wurde 2003 Bischof der Diözese New Hampshire und lebt mittlerweile in einer Eingetragenen Partnerschaft. Der Bischof von Pittsburgh, Robert Duncan, Wortführer der Konservativen, war im Zuge des Konflikts im September von der Kirche von seinem Amt abgesetzt worden.

Die vorstehende Bischöfin der Episkopalkirche, Katharine Jefferts Schori, äußerte Bedauern über die Abspaltung. Sie habe gegenüber Kritikern immer betont, dass in der Kirche Platz sei für verschiedene Ansichten. Bei der Abstimmung wurde beschlossen, die Diözese Pittsburgh der von einem konservativen Bischof geleiteten anglikanischen Provinz in Argentinien anzuschließen.