Australische Sex-Partei gegründet

Der Verband der Sex-Industrie in Australien hat seine eigene Partei gegründet. Erstes Ziel: Der Kampf gegen ein von der sozialdemokratischen Regierung geplantes Gesetz, das etwa 10.000 meist pornografische Porno-Seiten aus dem Internet filtern will. Auf dem fünften Kontinent gelten strenge Jugendschutzgesetze. In Teilen Australiens ist sogar der Verkauf oder Besitz von Porno-DVDs verboten.

„Die wollen jede Seite für Erwachsene, also etwa playboy.com, zensieren. Das würde uns um Jahrzehnte zurückwerfen“, argumentiert die Parteivorsitzende Fiona Patten. Das Land hat – ähnlich wie Deutschland – strenge Jugendschutzgesetze. In Teilen Australiens ist sogar der Verkauf oder Besitz von Porno-DVDs verboten.

Gegen solche Bestrebungen wehrt sich die Partei rund um Patten. Die ehemalige Prostituierte, die heute den größten australischen Erotikhändler Eros leitet, erklärt: „Wir sind besorgt, dass die australische Regierung unser Land zu einem Nanny-Staat machen wird. Die Konservativen machen derzeit leider Boden gut.“ Dabei hätten Umfragen gezeigt, dass die Einstellung der Gesellschaft zu Sex und Zensur entspannter als je sei, das Gegenteil treffe allerdings auf die Politik zu. Diese Lücke würde die Partei füllen.

Doch auch die Rechte von Lesben und Schwulen sind der Sexpartei ein Anliegen. So setzt sie sich für eine vollständige Gleichstellung von Schwulen und Lesben ein – also auch für die von der Regierung abgelehnte Öffnung der Ehe.

Außerdem will sie Prostituierte durch umfassendere Antidiskriminierungsgesetze besser schützen, eine bessere Sexualerziehung in den Schulen gewährleisten, eine 50%-ige Frauenquote im Parlament einführen sowie Viagra und Cialis in die gesundheitliche Grundversorgung einbinden und somit gratis erhältlich machen.

Außerdem soll Kinderpornografie bekämpft werden. Eine Untersuchungskommission soll sexuellem Missbrauch von Kindern in kirchlichen Institutionen untersuchen.