Deutsche Schwule haben Sex mit Kondom – fast immer

Das Kondom ist unter schwulen Männern nach wie vor nicht out – zumindest bei unseren deutschen Nachbarn. Das geht aus einer Studie hervor, die der Sozialwissenschaftler Michael Bochow im Auftrag der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zum achten Mal durchgeführt hat.

Dabei lag lokalen schwulen Monatsmagazinen von Mai bis Juni 2007 ein Fragebogen bei, der auch übers Internet beworben und auszufüllen war. Eines der Ergebnisse: „Der Anteil schwuler Männer, die beim Analverkehr – vor allem mit Sexpartnern außerhalb fester Beziehungen – durchgängig Kondome verwenden, ist über einen Zeitraum von siebzehn Jahren mit etwa 70 Prozent gleichbleibend hoch.“, sagt Bochow dem deutschen Internetportal queer.de.

Und auch, wenn die Ergebnisse nicht im statistischen Sinn repräsentativ sind, sind sie doch ein deutliches Barometer für die Einstellung deutscher Schwuler. Und in einigen Punkten zeigt dieses Barometer in den roten Bereich, weiß Bochow: „Immerhin berichtet mehr als jeder Zehnte, im Jahr vor der Befragung mindestens fünfmal ungeschützten Analverkehr mit einem Partner gehabt zu haben, dessen HIV-Testergebnis er nicht kannte, oder das sogar bekanntermaßen anders war als das eigene“.

Besonders bedenklich: In Beziehungen wird schon relativ schnell auf das Kondom verzichtet, auch wenn es noch keinen aussagekräftigen negativen HIV-Test gibt. Außerdem gäbe es in der Szene der Sexpartygänger und bei Nutzern von Partydrogen höhere Risiken, was spezielle Präventionsbotschaften verlange, erklärt der Wissenschafter.