Trotz Engpass: Schweizer Schwule dürfen kein Blut spenden

In Zürich gibt es derzeit einen Blutspende-Engpass. Nach Informationen des „Tagesanzeiger“ verfügt der Großraum Zürich nur über sechzig Prozent der erforderlichen Reserven. Schwule, die spenden wollen, werden trotzdem angewiesen. Dieses Verbot wird immer öfter angezweifelt.

So schreibt ein schwuler Leser des „Tagesanzeiger“, der gerne helfen würde, in einem Leserbrief: „Wieso soll es einer homosexuellen Person, die seit mehreren Jahren in einer monogamen Beziehung lebt und nachweislich HIV-negativ ist, verwehrt bleiben, Blut zu spenden?“. Auch Moël Volken von der Schweizer Schwulen-Organisation Pink Cross nennt die Bestimmung „absurd“. Denn „Männer, die sich bei Prostituierten anstecken könnten, dürfen ja auch Blut spenden.“.

Beat M. Frey vom Zürcher Blutspendedienst sieht das nicht so. Er argumentiert, dass die Häufigkeit von HIV-Infektionen bei Homosexuellen größer sei als bei Heterosexuellen. Trotz der recht zuverlässigen Labortests, die nach jeder Blutentnahme durchgeführt werden, gebe es trotzdem noch ein Restrisiko. Außerdem entspreche das Blutspendeverbot für Schwule den internationalen Kritierien, so Frey. Diese seien zwar auch unter Experten umstritten, aber eben in Kraft.

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