Diskussion über Homo-Ehe in Österreich kommt in Schwung

Die Ankündigung von Innenministerin Maria Fekter von der ÖVP, die Eingetragene Partnerschaft für Lesben und Schwulen im Herbst zu beschließen, sorgt bei den anderen Parteien für heftige Reaktionen. Schließlich hat man sich noch nicht einmal darauf geeinigt, ob die Eingetragene Partnerschaft am Standesamt geschlossen werden soll, oder doch anderswo – was Lesben- und Schwulenverbände aber strikt ablehnen.

Für das Standesamt spricht sich die zuständige Wiener Stadträtin Sandra Frauenberger aus. Sie macht die Position der Sozialdemokraten klar: „Es ist hoch an der Zeit, dass hier endlich Nägel mit Köpfen gemacht werden. Unabdingbar ist aber, dass die Eintragung am Standesamt erfolgt. Alles andere wäre nur Augenauswischerei und eine Fortsetzung der bestehenden Diskriminierung für schwule und lesbische Paare“, so Frauenberger.

Sie betonte, dass die Wiener Standesämter, für die sie auch zuständig ist, für einen möglichen Ansturm schwuler und lesbischer Paare vorbereitet sind, und „selbstverständlich auch für gleichgeschlechtliche Paare Traumhochzeiten anbieten werden.“

Skeptisch ist hingegen die Grüne Europaabgeordnete Ulrike Lunacek: „Bei der Gleichstellung von Schwulen und Lesben lautet das Regierungsmotto weiterhin: Bitte warten!“, fürchtet sie. „Ich

erwarte, dass endlich ein Gesamtpaket vorliegt, das Sozial- und Pensionsversicherung ebenso einschließt wie eine Lösung für binationale Paare“, weist Lunacek auf wichtige Knackpunkte eines Lebenspartnerschaftsgesetzes hin.

„ÖVP-Chef Josef Pröll soll sich hier nicht aus der Verantwortung stehlen. Er verspricht Schwulen und Lesben seit der Perspektivengruppe im Oktober 2007 die Umsetzung des Schweizer Modells und das einzige was es gibt ist Warten“, ärgert sie sich über den Parteichef der Innenministerin.