Acht Jahre Haft für Homosexualität in Indonesien

In der indonesischen Provinz Aceh wird Homosexualität künftig mit bis zu acht Jahren Haft geahndet. Die Gesetzesvorlage wurde am Montag einstimmig im Regionalparlament der halbautonomen, islamisch geprägten Provinz angenommen. Sie tritt binnen 30 Tagen in Kraft.

Noch schlimmer sind die Sanktionen für Ehebruch: Wer fremdgeht, riskiert in Aceh künftig die Todesstrafe durch Steinigung. Menschenrechtsorganisationen haben das neue Gesetz bereits scharf kritisiert.

Im restlichen Teil des Landes ist Homosexualität – wie auch in anderen Ländern Südostasiens – ein Teil des Alltags, über den nicht gesprochen wird. Anders als in vielen anderen islamischen Ländern wird sie zumindest toleriert. Homosexuelle Handlungen sind nicht strafbar. Ein Gesetzentwurf der indonesischen Regierung, um Homosexualität unter Strafe zu stellen, scheiterte im Jahr 2004. Das Schutzalter liegt bei 19 Jahren. In den Medien treten einige homosexuelle oder transsexuelle Prominente offen in Erscheinung.