Kein Hass-Sänger-Konzert in Wien

Verwirrung herrscht um einen Auftritt des jamaikanischen Hass-Sängers „Elephant Man“ in Wien. Im Zuge seiner aktuellen Europa-Tournee sollte er angeblich diesen Sonntag, dem 20. September, in der Wiener Kultdisco U4 auftreten. Dort wird es allerdings kein Konzert geben.

Auf der MySpace-Seite von Elephant Man oder der Homepage seiner Plattenfirma ist der Termin angeführt – eine Falschmeldung: „Elephant Man wurde von unseren Sonntags-Veranstaltern ‚The Answer‘ angefragt, aber nie gebucht – die Information auf seiner Website ist definitiv nicht richtig“, stellt Mike Piechura vom U4 klar.

In Deutschland hat der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) unterdessen den Veranstalter eines Konzerts in Düsseldorf aufgerufen, dieses abzusagen. Grund: Der 34-Jährige, der bürgerlich O’Neil Bryan heißt, ruft in mehreren Liedern dazu auf, Schwule mit dem Maschinengewehr zu ermorden.

In „A Nuh Fi Wi Fault“ singt er unverblümt: „Queers must be killed! … Shoot them like birds“. Songs wie dieser werden zwar in Europa nicht gespielt, gehören in Jamaika aber zu den „Klassikern“. Elephant Man hat sich bislang auch nicht von den Titeln distanziert, sondern verdient nach wie vor am Verkauf dieser Mordaufrufe. Sein 2001 erschienenes Album „Log On“ wurde in Deutschland wegen der schwulenfeindlichen Texte auf den Index gesetzt. Es darf nicht mehr im Versandhandel verkauft, beworben oder an Jugendliche unter 18 Jahren abgegeben werden.

Würden solche Lieder in Deutschland gespielt werden, wäre das Konzert auch ein Fall für den Staatsanwalt, argumentiert LSVD-Geschäftsführer Klaus Jetz. „Uns scheint bei den oben genannten Titeln und Mordaufrufen der Tatbestand der öffentlichen Aufforderung zu Straftaten gemäß Paragraf 111 StGB und der Tatbestand der Volksverhetzung gemäß Paragraf 130 StGB gegeben zu sein, sofern die besagten Songs zur Aufführung gebracht werden sollten. Strafbar machen sich in diesem Fall auch die Veranstalter“, erklärt Jetz dem deutschen Online-Portal „queer.de“.

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