Mehrheit der Liechtensteiner für Partnerschaftsgesetz

In Liechtenstein ist eine konservativ-katholische Initiative gescheitert, die das Partnerschaftsgesetz in letzter Minute mit einer Volksabstimmung zu Fall bringen wollte. Lesben und Schwule können sich damit im Fürstentum wie geplant ab 1. September das Ja-Wort geben.

Die Volksinitiative „Vox populi“, zu deutsch „Stimme des Volkes“, hat die Volksabstimmung initiiert. Ihrer Ansicht nach schwächt das Partnerschaftsgesetz die Familien von heterosexuellen Paaren.

Doch so ganz dürfte die Initiative, die Medienberichten zufolge nur aus einem Cousin des katholischen Erzbischofs Wolfgang Haas besteht, besteht, den Volkswillen nicht ganz richtig eingeschätzt haben: 68,8 Prozent der Stimmen befürworteten das Partnerschaftsgesetz. Auch die Wahlbeteiligung war hoch: Sie lag bei fast 75 Prozent.

„Mit dem deutlichen Ja zum Partnerschaftsgesetz setzt Liechtenstein ein Zeichen für mehr Gerechtigkeit und Toleranz, weil wir mit diesem Schritt die heutige Benachteiligung gleichgeschlechtlicher Paare aufheben“, freut sich der Liechtensteiner Regierungschef Klaus Tschütscher über das eindeutige Abstimmungsergebnis.

Für verpartnerte gleichgeschlechtliche Paare gilt in Liechtenstein zukünftig dasselbe Steuer-, Erb- und Sozialversicherungsrecht wie für Verheiratete. Adoptionen und die Anwendung von fortpflanzungsmedizinischen Verfahren wie Samenspende oder Leihmutterschaft schließt das Gesetz allerdings – wie auch in Österreich – aus.