Los Angeles: Pornos nur mehr mit Kondom

In Los Angeles dürfen Pornos zukünftig nur mehr mit Kondom gedreht werden. Das hat der Stadtrat gestern mit 11:1 Stimme beschlossen. Mit der Verordnung kommt die Stadt einem Referendum zuvor, das die AIDS Healthcare Foundation (AHF) erzwingen wollte. Die AHF kämpft seit Jahren gegen gesundheitsgefährdende Praktiken in Pornofilmen.

Die Regelung gilt nicht für Produktionen in Studios, sondern nur auf privaten Sets. Diese macht allerdings die Mehrzahl der in der Stadt gedrehten Szenen aus. Insgesamt werden in Los Angeles pro Monat rund 200 Drehgenehmigungen für Pornoproduktionen erteilt.

Die Pornoindustrie ist über die Verordnung wenig erfreut. Einige Produzenten haben bereits angekündigt, Los Angeles zu verlassen. Diane Duke von der Interessenvertretung der Produktionsfirmen kritisiert, dass die neue Vorschrift die Selbstregulierung in der Pornoindustrie unterlaufen könnte. Die Industrie sorge, so Duke, seit Jahren „eigenverantwortlich und erfolgreich“ für die Sicherheit am Set. So habe es unter den Darstellern in den letzten fünf Jahren keine HIV-Infektion gegeben, auch bei anderen sexuell übertragbaren Krankheiten sei die Ansteckungsrate am Pornoset „gering“.

Ein Verstoß gegen die Verordnung soll – so der Stadtrat – nicht durch eine Geldstrafe, sondern im Wiederholungsfall durch eine Verweigerung weiterer Drehgenehmigungen geahndet werden.

Bevor die Regelung in Kraft tritt, ist noch eine zweite Abstimmung nötig. Die Zustimmung dabei gilt aber als sicher. Noch nicht ganz klar ist jedoch, wie die Verordnung überprüft werden soll.