Volker Beck kritisiert Papst-Ansprache

Volker Beck
Stefan Kaminski

Kritik an der Neujahrsansprache des Papstes, die er vor Botschaftern im Vatikan hielt, kommt von deutschen Politiker Volker Beck. Dass Benedikt XVI. die Gleichstellung der Ehe als „Gefahr für die Menschheit“ bezeichnet hat, ist für den Klubchef der Grünen im Bundestag ein „Angriff auf den säkularen Verfassungsstaat, auf die Menschenrechte und eine humanistisch orientierte Werteordnung“.

Denn Menschenrechte haben, so Beck weiter, für alle Menschen zu gelten, unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung: „Die Gleichberechtigung homosexueller Paare als ‚Bedrohung für die menschliche Würde und sogar für die Zukunft der Menschheit‘ zu verteufeln, ist ein Angriff auf die Menschenrechte der Lesben und Schwulen und auf die Religionsfreiheit“, so Beck weiter.

Er erinnert, dass der Vatikan beim Einfordern von Menschenrechten für seine Zwecke durchaus bestimmter vorgeht als beim Zugestehen, wenn es dem Kirchenstaat nicht ins Konzept passt. Die Vorstellungen der katholischen Kirche hinsichtlich einer unauflöslichen, verschiedengeschlechtlichen Ehe können, so Beck weiter, nicht die Grundlagen des Zivilrechts in einem säkularen Staat sein.