Offen schwuler Kandidat in Stichwahl zum finnischen Präsidenten

In Finnland ist der erste offen schwule Präsidentschaftskandidat gestern in die Stichwahl gekommen.

Der Grüne Pekka Haavisto landete mit 19 Prozent der Stimmen auf Platz zwei hinter dem Favoriten, dem liberalkonservativen Ex-Finanzminister Sauli Niinistö. Da dieser mit 37 Prozent die Absolute Mehrheit aber verfehlte, treffen sich die beiden Kandidaten am 5. Februar in einer Stichwahl.

Während Niinisto in den letzten Wochen in der Wählergunst verloren katte, konnte Haavisto aufholen. In einem knappen Kopf-an-Kopf-Rennen setzte er sich gegen seinen schärfsten Konkurrenten, Paavo Väyrynen, von der liberalen Zentrumspartei für die Stichwahl durch.

Damit steht fest, dass der nächste finnische Präsident auf jeden Fall eurofreundlich sein wird. Denn obwohl der Unmut der Finnen über die Rettungspakete wächst, schafften es Euroskeptiker wie Timo Soini von den rechtspopulistischen „Wahren Finnen“ nicht in die Stichwahl.

Durch deren Wahlerfolge hat das Bild des liberalen und weltoffenen Finnland in den letzten Jahren Risse bekommen. Der Sieg von Haavisto, der offen schwul lebt, stärkt diese Kräfte. Er lebt mit dem Kolumbianer Antonio Flores in einer Eingetragenen Partnerschaft.

Die Macht des finnischen Präsidenten ist begrenzt. Ähnlich wie in Österreich hat er vor allem repräsentative Pflichten, spielt aber eine wichtige symbolische Rolle.