Peter Pacult soll Fan als ’schwule Sau‘ beschimpft haben

Durch Höflichkeiten fiel Peter Pacult auch in seiner Zeit als Trainer bei Rapid Wien nicht auf. Jetzt soll er in Leipzig einen gegnerischen Fan als „schwule Sau“ beschimpft haben.

Das berichten „Bild“ und „Hamburger Morgenpost“ übereinstimmend. Pacult arbeitet seit 2011 als Trainer für „RasenBallsport Leipzig“ – einem von Red Bull im Jahr 2009 gegründeten Verein. Da in der deutschen Bundesliga Sponsoren nicht Teil des Vereinsnamens sein dürfen, bekam der Verein diesen Namen, damit zumindest die Abkürzung – RB Leipzig – an den Energydrink-Hersteller aus Fuschl am See erinnert.

Sonntag Nachmittag soll bei einem Heimspiel gegen die 2. Mannschaft des FC St. Pauli zunächst ein Fan der Hamburger in Richtung von Pacult gerufen haben: „Ihr seid eine unfaire Truppe“. Beim Gang in der Kabine habe der Trainer den Fan dann als „schwule Sau“ beschimpft.

Darufhin machte Pauli-Betreuer Andy Kreft klar: „Als schwule Sau werden unsere Fans nicht bezeichnet!“ Worauf Pacult sich vor Kreft aufbaute und „Was is, was is?“ brüllte. Pacult behauptete später, „du schwuler Österreicher“ gehört zu haben – was allerdings niemand bestätigen konnte.

In einer Erklärung entschuldigt sich Pacult zumindest teilweise. Es hätten „während des gesamten Spiels Anfeindungen und Provokationen stattgefunden. In der hektischen Endphase der Partie sind allerdings auf beiden Seiten Dinge gesagt und getan worden, die nicht korrekt waren“, so der Leipzig-Trainer.

Es habe sogar körperliche Angriffe gegen ihn und seine Spieler gegeben, rechtfertigt Pacult seinen Ausraster. Aber er sieht ein: „Solche Szenen und Worte dürfen von beiden Seiten natürlich dennoch nicht passieren“. Ob der Vorfall noch ein Nachspiel haben wird, ist offen. Auch eine Stellungnahme von Red Bull gibt es noch nicht.

Die Spitzenclubs der deutschen Bundesliga gehen mittlerweile aktiv gegen Homophobie vor: So wurde Borussia Dortmund Ende März vom DFB-Sportgericht zu einer Geldstrafe von 20.000 Euro verdonnert, weil Fans ein mehrere Meter langes Transparent mit der Aufschrift „Lieber ’ne Gruppe in der Kritik als Lutschertum und Homofick“ gut sichtbar in die Kameras gehalten haben.

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