Mitt Romney quälte schon als Schüler Schwule

Tolerant gegenüber Schwulen war der republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney offenbar nie. Wie die „Washington Post“ berichtet, soll er in der Highschool einem Mitschüler die blondierten Haare abgeschnitten haben, weil die Frisur für Romney zu schwul aussah.

Es war nach den Osterferien 1965, auf der elitären Cranbook School. Der junge Mitt Romney bereitet sich gerade auf seinen Abschluss vor, als ihm sein jüngerer Mitschüler John Lauber, ein ruhiger aber unangepasster junger Mann, ins Auge springt. Der hatte sich damals zwar noch nicht geoutet, sich aber während der Ferien in seine längeren blonde Strähnen machen lassen und diese lässig über ein Auge drapiert.

Ein rotes Tuch für Mitt Romney: „Er kann so nicht aussehen. Das ist falsch. Schaut ihn nur an“, soll sich Mitt echauffiert haben. Gemeinsam mit anderen Schülern schnappt sich Romney Lauber, sie halten ihn am Boden fest. „Als Lauber mit den Tränen rang und um Hilfe schrie, schnitt Romney ihm mit einer Schere mehrere Bündel Haare ab“, schreibt die „Washington Post“.

Lauber verschwand für einige Tage von der Eliteschule. Als er wieder auftauchte, hatte er kurze braune Haare. Kurz vor dem Abschluss flog er von der Schule – weil er eine Zigarette geraucht hatte.

Einige seiner Kumpanen verfolgt dieser Angriff bis heute: „Was für eine unsinnige, idiotische Tat“, erinnert sich der inzwischen pensionierte Staatsanwalt Thomas Buford in der „Washington Post“. Damals war er Schulmeister im Ringen. Er entschuldigte sich nach eigenen Angaben später bei Lauber. Dieser habe ihm von seiner Panik erzählt, als er von den anderen Schülern am Boden festgehalten wurde.

Disziplinäre Maßnahmen der Schule gab es für Romney, den den halbwüchsigen Sohn des Gouverneurs von Michigan, George Romney, nicht.

Mitt Romney selbst sagte Fox News Radio, er könne sich an den Vorfall nicht mehr erinnern. „Aber ich habe an vielen Streichen an der High School teilgenommen und manche sind zu weit gegangen, und dafür entschuldige ich mich.“

Er habe „einige dumme Sachen“ gemacht, erzählt Romney dem konservativen Sender. Wenn jemand dadurch „verletzt oder beleidigt“ wurde, wolle er um Verzeihung bitten. Mehrere Mitschüler Romneys konnten sich de „Washington Post“ zufolge sehr wohl an den Vorfall erinnern.

Und auch, wenn sich Romney nicht mehr an den Vorfall erinnern kann – wegen der sexuellen Orientierung von Lauber hätte er ihm sicher nicht die Haare abgeschnitten, erinnert er sich. Derartige Gedanken, versichert Romney, hätten ihm und seinen Freunden völlig fern gelegen.

Lauber nutzt diese Entschuldigung nicht mehr: Er outete sich erst nach seiner Schulzeit als homosexuell, er starb 2004 an Krebs.