Mehr Gewalt gegen Lesben und Schwule in Russland

Die Lage für Lesben und Schwule in Russland verschärft sich. Das erklärte die Aktivistin Anastasia Smirnowa bei einem Besuch in Paris, wo sie und andere Lesben- und Schwulenaktivisten Thomas Bach, den Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), trafen.

Das „Anti-Propaganda-Gesetz“, das Jugendliche von schwullesbischer „Propaganda“ schützen solle, habe eine neue Welle der Gewalt gegen Lesben und Schwule begünstigt. „Das Umfeld wurde immer feindlicher, private Treffen werden gestört, Schwulenclubs attackiert und verschiedene homophobe Gruppen rufen zu Gewalttaten gegen LGBT-Menschen auf“, so Smirnowa.

Sie hofft, dass die Olympischen Spiele, die im Februar in Sotschi stattfinden, die Situation verbessern könnten: „Die Olympischen Spiele sind nicht einfach nur ein guter Weg, um Aufmerksamkeit zu erregen. Sie haben eine spezielle Aufgabe und das Ziel, Gleichheit und Respekt durch Sport zu vermitteln“, so Smirnowa. Russland sei „der Platz, an dem diese Mission sehr gebraucht wird“.

Sie und andere Aktivisten haben sich deshalb mit Bach getroffen. Das IOC solle die Auswirkungen des „Anti-Propaganda-Gesetzes“ auf die Spiele prüfen, so die Forderung. Seitens des IOC sprach man von einem „konstruktiven Treffen“. Inhaltlich gab es keinen Kommentar.