‚Homo-Propaganda‘: 50.000 Rubel Strafe für Journalisten

Für Empörung unter Menschenrechts-Aktivisten sorgt die Verurteilung eines russischen Journalisten nach dem international umstrittenen Gesetz gegen „Homo-Propaganda“. Sein Vergehen: Er hatte in einem Artikel einen schwulen Lehrer zu Wort kommen lassen, der wegen seiner Homosexualität entlassen worden ist.

Der Reporter Andrej Saturin aus Chabarowsk im Fernen Osten ist wegen diesem Interview zu einer Geldstrafe von 50.000 Rubel, umgerechnet knapp über 1.000 Euro, verurteilt worden. Für die Organisation „Human Rights First“ ist die Verurteilung ein „klares Signal, dass Russland kein Interesse hat, die Unterdrückung der Rechte seiner Bürger zu stoppen“.

Besorgt sind Aktivisten auch, dass gegen die 25-jährige Journalistin Jelena Klimowa ein Verfahren wegen „Homo-Propaganda“ eingeleitet wurde. Ihr Vergehen: Sie hat in sozialen Netzwerken eine Gruppe für junge Lesben und Schwule gegründet. „Falls das Netzwerk geschlossen würde, hätten junge Homosexuelle keinen einzigen Ort, an dem sie offen über sich reden und hilfreiche Ratschläge erhalten können“, fürchtet Klimowa. „Das wäre eine Katastrophe“.

Das international umstrittene Gesetz gegen „Homo-Propaganda“ ist seit gut einem halben Jahr 2013 in Kraft. Es verbietet positive Äußerungen über Homosexualität überall dort, wo sich Jugendliche aufhalten können – also praktisch der gesamten Öffentlichkeit.