Gambia: Lesben und Schwule für Präsident ‚Ungeziefer‘

Die Hatz gegen Lesben und Schwule in Afrika geht weiter. In einer Ansprache anlässlich des 49. Jahrestages der Unabhängigkeit von Großbritannien hat Gambias Präsident Yahya Jammeh Homosexuelle als Ungeziefer bezeichnet, das vernichtet werden müsse.

In der Rede, die am Dienstag im Staatsfernsehen gezeigt wurde, erklärte der 48-Jährige: „Wir werden dieses Ungeziefer, das sich Homosexuelle oder Schwule nennt, auf die gleiche Art bekämpfen wie wir Malaria-Mücken bekämpfen, wenn nicht gar aggessiver“. Die Abkürzung LGBT stehe für „Lepra, Gonorrhöe, Bakterien und Tuberkulose“, so der Staatschef: „All diese Dinge sind schädlich für die menschliche Existenz“, so Jammeh.

Lieber Schwulenhass statt Entwicklungshilfe

In seinem Kampf gegen Lesben und Schwule will sich der Präsident von Gambia auch nicht von der internationalen Staatengemeinschaft dreinreden lassen. „Wir werden daher keine Freundschaftsangebote, Entwicklungshilfe oder andere Gesten akzeptieren, die daran geknüpft werden, Homosexuelle oder LGBT – wie sie jetzt genannt werden – zu unterstützen“, gibt sich Jammeh kämpferisch.

Gambia gehört zu jenen 37 Staaten in Afrika, in denen Homosexualität strafbar ist. „Fleischliches Verlangen nach einer Person gegen die natürliche Ordnung“ kann gemäß dem Strafrecht des Landes mit bis zu 14 Jahren Haft bestraft werden.

Skurriler Präsident glaubt, heilen zu können

Yahya Jammeh hat sich vor gut zwei Jahrzehnten in dem vorwiegend muslimischen Land an die Macht geputscht. Er selbst hält sich für eine Art Messias: So ist er davon überzeugt, durch Handauflegen oder Kräutermischungen Diabetes, Asthma, Bluthochdruck oder Aids heilen zu können.

Die eigene Wirtschaft scheint er hingegen nicht kurieren zu können: Gambia zählt heute zu den ärmsten Ländern der Welt. Im letzten Jahr erhielt das Land 73 Millionen Euro Entwicklungshilfe von der EU. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf liegt bei 500 Euro pro Jahr.