Machen Online-Pornos impotent?

Machen Online-Pornos impotent? Einer neuen Studie des „Journal of Sexual Medicine“ zufolge ist jeder vierte Patient, der an Erektiler Dysfunktion (ED) leidet, jünger als 40. Ein dramatischer Anstieg: Bei einer niederländischen Studie aus dem Jahr 2002 litten nur 2 Prozent der jüngeren Männer an Potenzproblemen.

Die wahren Gründe, warum immer mehr junge Männer an psychisch bedingter Impotenz leiden, sind unbekannt. Forscher vermuten, dass diese Generation mehr Stress hat oder ehrlicher mit dem Thema umgeht. Doch nun legt eine Studie nahe, dass auch Online-Pornos eine Rolle dabei spielen dürften.

„Pornografie inspiriert und ist sexuell motivierend“, erklärt die New Yorker Psychologin und Sex-Therapeutin Ursula Ofman. Aber sie warnt: Zu häufiges Masturbieren, vor allem vor dem Sex mit einem Partner, kann allerdings zu Erektiler Dysfunktion oder einem verminderten Interesse an Sex führen.

Und wer längere Zeit keinen Sex zu Zweit hat, für den könnten die Online-Filme zu einem noch größeren Problem werden: Denn wer regelmäßig zu den Pornos Hand an sich anlegt, trainiert sein Gehirn quasi darauf. Es reagiert dann nur mehr auf sehr spezielle optische Reize und Berührungen, warnt Ofman. In diesem Fall wären das der Bildschirm und die eigene Hand. Die Folge: Impotenz, wenn wieder ein Partner im Spiel ist – weil das Gehirn lieber seine bekannten Reize hätte.

Wer diese Art von Potenzproblemen vermeiden möchte, sollte seine Art, sich selbst zu befriedigen, laut Ofman ändern, um sein Gehirn neu zu konditionieren. So könnten Betroffene die Art der Filme, die sie sehen, ändern – also sich zum Beispiel Muskeltypen statt jungen Boys ansehen. Und sie können versuchen, ihre Handbewegungen beim Solospiel zu verändern. So kommt das Gehirn aus der altbekannten Routine – und ist offen für weitere Reize und Stimulationen.