Dänisches Fernsehen: Regenbogenflagge während russischem Beitrag

War es eine Unachtsamkeit der dänischen Regie oder ein bewusstes Statement? Just während des russischen Song-Contest-Beitrags beim Halbfinale gestern in Kopenhagen war eine Regenbogenfahne aus dem Publikum gut sichtbar im Bild.

Es war gegen Ende des Auftritts der Tolmachevy Sisters: Als sie ihren Song „Shine“ beendet hatten, zoomte das Dänische Fernsehen (DR) noch einmal durchs Publikum auf die Künstlerinnen. Dabei deutlich zu sehen: Eine bunte Regenbogenflagge, die von einem Zuschauer begeistert geschwenkt wurde.

Dabei hielt sich das Publikum absichtlich nicht an die Regieanweisung: Diese sah nämlich vor, dass während der Auftritte keine Fahnen geschwenkt werden sollten. Doch das war den schwulen und lesbischen Song-Contest-Fans offenbar egal.

Begeisterung im Internet

Auf Twitter sorgte der Schwenk unter Song-Contest-Fans für Begeisterung: „Aaah! Eine Regenbogenflagge im Bild während des russischen Lieds. Ich LIEBE das Dänische Fernsehen“, schrieb etwa der schwedische Opernsänger Rickard Söderberg.

Ob es purer Zufall war, dass ausgerechnet beim russischen Beitrag eine Regenbogenflagge zu sehen war, oder ein kleiner Wink des Dänischen Fernsehens – dazu wollten die Verantwortlichen keine Stellungnahme abgeben.

Buh-Rufe für Tolmachevy Sisters

Die Tolmachevy Sisters selbst bekamen übrigens nicht soviel Lob: Als ihr Finaleinzug verkündet wurde, gab es in der B&W Hallerne in Kopenhagen deutliche Buh-Rufe. Ein unerwartetes politisches Statement der Song-Contest-Fans. „Auch musikalisch überzeugte die glattgebügelte Pop-Nummer mit den austauschbaren Sängerinnen aus Russland nicht“, kommentierte die „Presse“ das Lied.

Ungarisches „Sahneschnittchen“ im Finale

Aus dem ersten Halbfinale haben es gestern Armenien, Aserbaidschan, Island, Montenegro, die Niederlande, Russland, San Marino, Schweden, die Ukraine und Ungarn ins Finale am Samstag geschafft. Vor allem Ungarns Teilnehmer András Kállay-Saunders ist dem schwulen Song-Contest-Fan optisch ins Auge gesprungen. Er sei, so die co-kommentierende Conchita Wurst im ORF, ein „Sahneschnittchen“. Sie selbst muss sich morgen im zweiten Halbfinale bewähren.