Juristische Niederlage für schwules Ehepaar in Italien

Eine Niederlage gab es für ein schwules Paar aus Italien, das in den USA geheiratet hat: Ihre Ehe wird in der Heimat nicht anerkannt. Das hat ein Gericht in Florenz entschieden. Grund dafür ist ein Verfahrensfehler.

Stefano Bucci und Joseph Chigiotti haben im Jahr 2012 in New York geheiratet und wollten ihre Ehe auch in Italien anerkennen lassen. Ein Gericht in Grosseto gab ihnen zunächst recht: Es beschloss, dass die Stadtverwaltung des toskanischen Ortes dem Journalisten und dem Architekten eine Ehebestätigung ausstellen muss – als erstem gleichgeschlechtlichen Paar Italiens. Das Argument der Richter: Im Gesetz sei nirgends definiert, dass eine Ehe aus zwei Personen unterschiedlichen Geschlechts bestehen müsse.

Doch das Berufungsgericht hob dieses Urteil auf – allerdings nicht aus inhaltlichen, sondern aus formalen Gründen. Nach Ansicht des Gerichts haben die beiden Männer mit der Stadtverwaltung die falsche Behörde geklagt. Nun muss das Gericht in Grossetto erneut entscheiden.

Es wäre nicht die erste Entscheidung, die italienische Gerichte zugunsten gleichgeschlechtlicher Paare treffen. Erst vor einem Jahr hat sich ein lesbisches Paar das Recht erstritten, dass eine Partnerin das leibliche Kind ihrer Frau adoptieren darf.

Italien ist mittlerweile das letzte Land in Mitteleuropa, das gleichgeschlechtlichen Paaren weder eine Eingetragene Partnerschaft noch eine Öffnung der Ehe anbietet. Ministerpräsident Matteo Renzi von der Demokratischen Partei unterstützt die Einführung von Eingetragenen Partnerschaften, die römisch-katholische Kirche ist dagegen.