Frankreich: 17.500 schwule und lesbische Ehepaare

Die Öffnung der Ehe für schwule und lesbische Paare in Frankreich ist ein Erfolgsmodell. Seit der Einführung im Mai 2013 haben sich bereits 17.500 gleichgeschlechtliche Paare das Ja-Wort gegeben.

Letztes Jahr waren es nach Angaben des französischen Statistikamtes Insee rund 10.000 Ehen, die gleichgeschlechtliche Paare in der Grande Nation geschlossen haben – insgesamt vier Prozent aller frischen französischen Ehen. In mehr als 6.000 französischen Gemeinden wurde seit der Einführung mindestens eine schwule oder lesbische Hochzeit gefeiert.

54 Prozent der gleichgeschlechtlichen Paare waren dabei männlich. Das Durchschnittsalter der Lesben, die sich verheiratet haben, ging von 43 Jahren im Jahr 2013 auf 41 Jahre im letzten Jahr zurück. Und auch schwule Ehepartner wurden jünger: Der Schnitt fiel von 50 auf 46 Jahre.

Der Öffnung der Ehe, die unter dem Motto „Mariage pour tous“ – Ehe für alle – geschah, waren heftige Proteste vorangegangen. In zahlreichen französischen Städten gab es teils heftige Proteste, die Gegner, unter anderem konservative Katholiken und Familienverbände, gründeten die Gegenbewegung „Manif pour tous“, also „Demo für alle“.

Doch der Gesetzgeber entschied sich für die Ehe-Öffnung. So wurde Frankreich zum 14. Land der Ehe, das auch Lesben und Schwulen die Möglichkeit zum Heiraten gab. Der konservative Ex-Präsident Nicolas Sarkozy hat allerdings angekündigt, diese Ehe-Öffnung rückgängig zu machen, falls er wieder gewählt wird – und sich damit auch Unmut aus den eigenen Reihen zugezogen.