Coming Out als ‚Update‘: Tim Cook spricht über seine Homosexualität

Es ist einer der seltenen Auftritte von Apple-Chef Tim Cook. In der CBS-Talkshow „Late Night with Stephen Colbert“ hat er nun offen über seine Homosexualität geäußert. Diese war im Silicon Valley zwar ein offenes Geheimnis, doch erst vor weniger als einem Jahr hat Cook diese auch offiziell bestätigt.

Zunächst fragt Colbert den Apple-Boss, ob sein Coming Out „ein Upgrade oder eine Funktion, die erst jetzt aktiviert wurde“ war. Denn nachdem er im konservativen US-Bundesstaat Alabama aufgewachsen ist, müsste Cook wegen seiner sexuellen Orientierung ein Außenseiter gewesen sein.

Das bestätigt dieser auch. „Mir wurde klar, dass Kids in Schulen Mobbing ausgesetzt sind. Sie werden diskriminiert und sogar von ihren eigenen Eltern verstoßen. Ich musste etwas tun“, erklärt Tim Cook das Motiv, seine Homosexualität öffentlich zu machen. Ihm sei seine Privatsphäre – und damit auch das Vermeiden jeder Diskussion über seine sexuelle Orientierung – zwar wichtig gewesen, aber schließlich hatte er das Gefühl, „dass ich sie zu wichtig genommen habe“.

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Ohnehin war es kein großes Geheimnis, gibt Tim Cook gegenüber Stephen Colbert zu: „Es war, als ob man etwas im iPhone neu entdeckt, was es schon immer gab, aber man wusste bislang nichts davon. Für viele meine Mitarbeiter war es keine Offenbarung, aber das war es für viele in der Welt. Ich habe mich verpflichtet gefühlt, das zu tun“, sagt er.

Apple galt schon unter Tim Cooks legendärem Vorgänger Steven Jobs als eine der lesben- und schwulenfreundlichsten Firmen der Welt. Im „Corporate Equality Index“ der LGBT-Lobbyorganisation „Human Rights Campaign“ (HRC) erhält der Konzern seit Jahren die höchstmögliche Wertung.