[Video] Wenig Zuseher für Emmerichs ‚Stonewall‘-Film – aber denen gefällt er

So ganz scheint Roland Emmerichs neuer Film „Stonewall“ das Publikum nicht zu überzeugen. Am ersten Wochenende nahm der Film, der die Ausschreitungen in der New Yorker Christopher Street im Jahr 1969 zum Thema hat, in den 129 Kinos, in denen er gestartet war, nur 112.414 Dollar ein.

Einer Berechnung des Blogs „Indiewire“ entspricht das nur knapp 100 Besuchern pro Kino. Damit ist „Stonewall“ der schwächste Neustart des Wochenendes. Das Blog vermutet, dass der Film in wenigen Wochen schon aus den Kinos verschwunden sein wird. Und auch die Bewertung der Filmkritiker ist wenig schmeichelhaft. Die Webseite „Rotten Tomatoes“ hat aus 59 Filmkritiken einen Mittelwert errechnet – und der liegt bei 3,5 von 10 Punkten. Bei denen, die den Film gesehen haben, ist das Urteil besser: Der „Audience Score“ auf „Rotten Tomatoes“ gibt dem Film 4,7 von 5 Punkten – 95 Prozent hat er gefallen.

Dass Emmerichs „Stonewall“ in der Kritik so durchfällt, dürfte auch an der heftigen Kritik der Community liegen: Der Spielfilm sei historisch ungenau, lautet das Hauptargument. Denn die fiktive Hauptfigur ist ein weißer junger Mann, mit dem sich auch heterosexuelle Kinogeher identifizieren können. Damit wollte der Regisseur erreichen, dass der Film ein breites Publikum anspricht.

Doch dafür spielt der Hauptcharakter eine zu dominante Rolle: In Emmerichs Film wirft er sogar den ersten Stein auf die Polizei – und beginnt somit die „Stonewall Riots“. Doch Zeitzeugenberichten zufolge waren viele der Demonstranten schwarz und transsexuell oder transgender. Im Film haben diese Gruppen aber nur Nebenrollen. „‚Stonewall‘ ist nicht interessiert an jedem Teil der Geschichte, der sich nicht um seinen weißen, männlichen, klischeehaft attraktiven Protagonisten dreht“, ärgert sich Mark Segal, einer der Beteiligten an den Stonewall Riots.

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Wer sich über „Stonewall“ selbst ein Bild machen möchte, hat dafür ab Ende November Gelegenheit. Der Film startet am 20. November in Österreich, Deutschland-Start ist einen Tag früher.