NEOS-Abgeordneter Vavrik vergleicht Homo-Adoption mit Sklaverei

Rüffel von der Partei - Christian Vavrik tritt nicht mehr für die NEOS an

Christoph Vavrik
NEOS

Christoph Vavrik, Nationalratsabgeordneter der NEOS, ist in die Kritik geraten: Der ehemalige Top-Manager und Diplomat hatte einen Artikel über die erste Adoption durch ein schwules Paar in sozialen Medien mit Sklaverei verglichen. Andere Partei-Funktionäre betrieben daraufhin demonstrative Unterstützung von LGBT-Rechten.

Eigentlich ist es eine schöne Geschichte: Zum ersten Mal in Österreich hat ein homosexuelles Paar ein Kind adoptiert: Das mittlerweile sieben Jahre alte Mädchen war als Säugling zu den beiden Männern gekommen, die sie als Pflegekind aufzogen. Nun haben sie ihren Schützling adoptiert – auch, um rechtliche Sicherheit zu schaffen.

Adoption durch homosexuelle Paare eine „gesellschaftliche Abartigkeit“

Christoph Vavrik scheint diese Meldung nicht gefallen zu haben. Der Nationalratsabgeordnete der NEOS postete einen entsprechenden Artikel auf wien.ORF.at mit dem Kommentar: „O tempora, o mores! Künftige Zivilisationen werden auf solche gesellschaftliche Abartigkeiten mit demselben Unverständnis blicken wie wir heute auf die Sklaverei…“

Bis jetzt haben die NEOS die Anliegen sexueller Minderheiten wie eine Öffnung der Ehe oder der Adoption unterstützt, waren auch bei den letzten Regenbogenparaden vertreten. Dem entsprechend bemühte sich die Partei auch rasch um Distanzierung. „Ich werde mich so lange für die Gleichberechtigung von Schwulen und Lesben einsetzen, bis sie Wirklichkeit ist und es auch der Letzte in unseren Reihen verstanden hat“, schrieb die Wiener NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger in einer ersten Stellungnahme eilig.

Wawrik postet eine gegenderte Entschuldigung

Und bei Vavrik dürfte sie damit zumindest kurzfristig Erfolg gehabt haben. Er hat sich mittlerweile für seine deftige Wortmeldung entschuldigt. „In der Eile und in der Verknappung auf einen Satz (ich saß mit Freunden im Lokal) habe ich sowohl die falsche Wortwahl als auch einen falschen historischen Bezug gewählt“, schreibt der Nationalratsabgeordnete auf Facebook. Er hätte damit „viele Menschen verletzt, ganz besonders schwule und lesbische Neos-Mitstreiter_Innen und Bürger_Innen“, erklärt er mit politisch korrektem Underscore.

Den Grünen genügt das nicht. „Homosexuelle Paare, die Kinder adoptieren, mit Sklaverei gleichzusetzen macht ihn rücktrittsreif“, schreibt etwa Joachim Kovacs, der Landessprecher der Wiener Grünen. Kovacs betonte, dass das auch die NEOS aufgrund ihrer bisherigen Parteilinie so sehen müssten. Und damit dürfte er recht haben: „Vavrik hat von sich aus angekündigt, dass er für die nächste Legislaturperiode nicht mehr kandidieren wird“, erklärte mittlerweile der Generalsekretär der NEOS, Nikola Donig.

NEOS distanzieren sich von ihrem Abgeordneten

Das Posting des Abgeordneten bezeichnete Donig als „massive verbale Entgleisung, von der wir uns distanzieren und die wir auch sehr bedauern“. Der Kampf für gleiche Rechte sei für die NEOS immer ein „zentraler Teil unserer BürgerInnenbewegung“, betont der Generalsekretär: „Das umfasst selbstverständlich auch das Recht auf Adoption durch gleichgeschlechtliche Paare.“ Vavriks Entschuldigung akzeptiere man. Das ursprüngliche Posting des Abgeordneten wurde mittlerweile gelöscht.