New York: Großdemo vor dem Stonewall Inn gegen Donald Trump

Mehr als 20.000 Menschen protestierten gegen die Politik des amtierenden US-Präsidenten

Protest vor dem Stonewall Inn
Daniel Altschuler (@altochulo)/Twitter

In New York haben am Samstagnachmittag bis zu 20.000 Lesben, Schwule, Bi- und Intersexuelle sowie Transgender und ihre Freunde gegen die Politik von Präsident Donald Trump protestiert. Ort der Demonstration war die Christopher Street, vor dem Stonewall Inn, dem Geburtsort der modernen Schwulenbewegung.

Demonstranten erklärten sich solidarisch mit allen Opfern von Trumps Dekreten

Die Demonstranten erklärten sich solidarisch mit „jeder Person, die von Donals Trumps illegalen, unmoralischen, verfassungswidrigen und unamerikanischen Erlässen“ betroffen sei. Auch demonstriere man gegen die Nominierungspolitik von Trump oder einen Erlass, der LGBT-Rechte zugunsten der Religionsfreiheit beschneiden könnte. Entsprechende Gerüchte machten letzte Woche die Runde.

Auch sprachen sich die Demonstranten gegen den als „Muslim Ban“ bekannt gewordenen Erlass aus. Damit hat Präsident Trump verfügt, dass Flüchtlinge aus aller Welt für 120 Tage nicht in die USA einreisen drüfen. Außerdem wurde Bürgern aus Syrien, dem Iran, dem Irak, Sudan, Somalia, Libyen und dem Jemen für 90 Tage die Einreise in die USA verwehrt – auch, wenn sie schon seit Jahren in den USA leben. Fast zeitgleich zur Demonstration in New York hat ein Richter in Seattle dieses Dekret vorerst aufgehoben, was wutentbrannte Tweets des Präsidenten zur Folge hatte.

Auch, wenn Donald Trump selbst nicht homofeindlich ist – sein engster Stab ist es

Initiiert wurde der Protest vor dem Stonewall Inn vom offen schwulen Stadtrat Corey Johnson, einem Demokraten. „Trump hat hochrangige Mitarbeiter und Minister bestellt, die homofeindlich sind und sein Flirt mit der religiösen Rechten ist gleichzusetzen mit einem Pakt mit den professionellen homofeindlichen Kräften“, erklärte der Politiker bei seiner Rede.

Floyd Rumohr, Geschäftsführer des städtischen Brooklyn Community Pride Center, machte klar, worum es geht: „Wir müssen uns einig sein über das größere Ziel, dass progressive Politiker bei den Mid-Term Elections 2018 gewählt werden sollen, und wir müssen aufpassen, unsere beschränkten Ressourcen nicht in zu viele verschiedenen Richtungen zu verschwenden – die Regierung versucht, uns zu zerstreuen, damit wir im Chaos verloren gehen und uns selbst verausgaben.“

„Unsere Vorkämpfer kämpften, bis sie gewonnen hatten“

Unter den Demonstranten war auch der New Yorker Bürgermeister Bill de Blasio. Unterstützt wurde der Marsch von mehr als sechzig Organisationen der Community, unter anderem vom Ali Forney Centre, dem Audre Lorde Project, der Medien-Bürgerrechtsgruppe GLAAD und der Vereinigung „Gays Against Guns“.

Charles Schumer, Klubchef der Demokraten im US-Senat, hielt bei der Veranstaltung ebenfalls eine Rede. „Lasst mich euch erinnern, warum wir hier sind. Unsere Vorkämpfer am Stonewall Inn waren alleine, doch sie kämpften und kämpften, bis sie schließlich gewonnen haben. Wir werden es genauso machen!“, sagte er der jubelnden Menge.