Home Magazin Living Die Vielfalt australischer Männer: Elska Magazine in Perth

[Galerie] Die Vielfalt australischer Männer: Elska Magazine in Perth

Das alternative Magazin hat sich zum ersten Mal eine Community in Australien genauer angesehen

Elska Magazine/Liam Campbell

Wenn es darum geht, ungewohnte Einblicke auf die schwule Szene einer Gegend zu bekommen, ist das Elska-Magazin seit Jahren mehr als nur ein Geheimtip. Nachdem es mit der letzten Ausgabe mit Kapstadt erstmals nach Afrika ging, hat sich Herausgeber Liam Campbell mit der aktuellen Nummer in zum ersten Mal Australien umgesehen.

Nicht nach Sydney, ins verschlafene Perth zieht es den Elska-Herausgeber

Doch Elska portraitiert nicht etwa die Männer in der Schwulenmetropole Sydney – Campbell hat sich nach Perth begeben, das als „langweiligste Stadt Australiens“ gilt – und sich dort 17 queere Männer genauer angesehen. Seine Bilanz: Die Stadt mit ihren zwei Millionen Einwohnern hat ihren schlechten Ruf zu unrecht.

„Wenn die Leute Sachen schreiben.wie: ‚Man sollte nach Melbourne kommen, aber wenn das nicht geht, entscheide dich bitte nicht für Perth‘ oder ‚Sydney wäre toll, aber Perth sicher nicht – es ist die langweiligste Stadt der Welt‘, haben mich diese Kommentare noch mehr dazu gebracht, mir Perth auszusuchen“, erklärt Campbell der australischen Ausgabe der Huffington Post.

Persönliche Geschichten zeigen ein genaues Porträt der Stadt und ihrer Community

Entstanden ist die bisher dickste Ausgabe es Elska-Magazins in der fast dreijährigen Geschichte der Publikation. Die 176 Seiten seien „ein Zeugnis für die unterschätzte Vitalität der Stadt“, so Campbell. Die schwulen Einwohner von Perth „scheinen sehr glückliche Menschen zu sein, die viel Zeit für Freizeitaktivitäten haben, wie ein Rugby-Spiel im Park, einen Tag am Strand oder einfach einen Abend im Pub“, so der Herausgeber des Magazins.

Nach alter Tradition wirft Elska einen intimen Blick auf die schwulen Männer der Stadt und die Community. Einer der 17 Protagonisten, die Liam Campbell besucht hat, erzählte beispielsweise, wie er nach einem Schlaganfall wieder zurück ins Leben gefunden hat. Ein anderer berichtet über seine Schwierigkeiten, als Trans-Mann zu daten.

Zwei Millionen Einwohner und eineinhalb Schwulenbars

Was Campbell bei seinen Gesprächen mit den Männern von Perth aufgefallen ist: Verglichen mit anderen Städten spielt Politik eine geringere Rolle – in einem Land, das die Ehe für schwule und lesbische Paare erst im Dezember 2017 geöffnet hatte. „Die Menschen glauben, dass Aktivismus nicht mehr wichtig ist und rein queere Orte auch nicht mehr gebraucht werden“, so der Elska-Herausgeber zur Huffington Post: „Darum gibt es in einer Stadt mit zwei Millionen Einwohner nur eine Schwulenbar – oder eineinhalb, wie mir jemand erzählt hat.“ Stattdessen werde eher privat gefeiert – oder man trifft sich über Apps.

Die aktuelle Ausgabe des Elska-Magazins über Perth ist am 1. Mai erschienen. Sie ist über die Webseite des Magazins oder ausgewählte Zeitschriftenhändler erhältlich. In den bisherigen Ausgaben portraitierte Liam Campbell unter anderem das queere Leben in Bogota, der Hauptstadt von Kolumbien, Mumbai in Indien oder dem israelischen Haifa.

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